Carter will inhaftierten US-Bürger aus Nordkorea holen

Seoul. In Gesprächen mit dem kommunistischen Regime Nordkoreas hat sich der frühere US-Präsident Jimmy Carter für einen inhaftierten Landsmann eingesetzt. Der Friedensnobelpreisträger bemühte um die Freilassung von Aijalon Mahli Gomes aus Boston, der wegen illegalen Grenzübertritts zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war.

Carter, 85, und eine Begleitgruppe seien gestern am Flughafen von Pjöngjang von Vizeaußenminister Kim Kye Gwan empfangen worden, berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Wenige Stunden danach traf er mit dem protokollarischen Staatsoberhaupt des Landes, Kim Yong Nam, zusammen. Das Gespräch sei in einer "warmen Atmosphäre" geführt worden. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Gomes, 30, war im Januar festgenommen worden, nachdem er die Grenze von China aus unerlaubt überquert hatte. Er gilt als gläubiger Christ und war als Englischlehrer in Südkorea tätig. Im Februar hatte Nordkorea den ebenfalls wegen illegaler Einreise festgenommenen US-Missionar Robert Park wieder freigelassen. Park hatte sich festnehmen lassen, um auf Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea aufmerksam zu machen. Vor einem Jahr hatte der frühere US-Präsident Bill Clinton, 64, die Begnadigung von zwei verurteilten US-Journalistinnen erwirkt. Auch sie waren wegen unerlaubten Grenzübertritts festgenommen worden.