Tschetschenischer Terroristenchef regelt Nachfolge

Moskau. Russlands Staatsfeind Nummer eins räumt das Feld: Der tschetschenische Separatistenführer Doku Umarow, der wegen blutiger Terroranschläge international zur Fahndung ausgeschrieben ist, hat aus Gesundheitsgründen seinen Rückzug angekündigt. Zu seinem Nachfolger als Führer des "Kaukasus-Emirats" ernannte Umarow den früheren Tschetschenien-Kämpfer Aslambek Wadalow. Umarow hatte sich zu den Anschlägen in der Moskauer Metro Ende März bekannt, bei dem 40 Menschen starben.

Die Separatisten kämpfen in der Konfliktregion Nordkaukasus gegen Moskauer Truppen für ein unabhängiges Kaukasus-Emirat. Umarow rief im Internet die Islamisten auf, seinem Nachfolger den Treueschwur zu leisten. Den "Heiligen Krieg" (Dschihad) müsse nun ein jüngerer und aktiverer Kämpfer führen, sagte der 46-Jährige. Es gab immer wieder Gerüchte, dass Umarow schwer verwundet sei oder Vergiftungen erlitten habe.

Wadalow stammt aus der Region der tschetschenischen Stadt Gudermes und hat in beiden Tschetschenien-Kriegen in den 1990ern gegen russische Truppen gekämpft. Der Nordkaukasus mit den Teilrepubliken Dagestan, Tschetschenien, Inguschetien wird immer wieder von Terroranschlägen erschüttert. Die Separatisten haben angekündigt, Russland wegen seiner "blutigen Besatzungspolitik" im Nordkaukasus mit einem Terrorkrieg zu überziehen.