Größter Agentenaustausch seit 1986

Moskau/New York. Russland und die USA wickeln den größten Agentenaustausch seit dem Kalten Krieg ab. Moskau wird nach Angaben der US-Regierung im Austausch gegen zehn in den USA festgenommene mutmaßliche russische Spione vier Häftlinge freilassen, die wegen Kontakts zu westlichen Geheimdiensten verurteilt worden waren.

Wenige Minuten vor Bekanntgabe des Austauschs waren die zehn wegen Spionage angeklagten Verdächtigen von einem US-Bundesgericht in New York verurteilt und ihre Abschiebung verfügt worden. Die Angeklagten hatten sich vor Gericht der Verschwörung schuldig bekannt. Es wird erwartet, dass sie umgehend die USA verlassen. Die mutmaßlichen russischen Agenten waren Ende Juni von der US-Bundespolizei FBI festgenommen worden.

Ausgetauscht werden sollen sie gegen vier hochrangige CIA-Spione in Russland. Genannt wurden der wegen Hochverrats zu 14 Jahren Haft verurteilte Nuklearexperte Igor Sutjagin, der Informationen über russische Atom-U-Boote weitergegeben haben soll, sowie die früheren Geheimdienstobersten und mutmaßlichen Doppelagenten Alexander Saporoschski, Alexander Sypatschow und Sergej Skripal. Den letzten großen Agentenaustausch hatte es 1986 an der Glienicker Brücke zwischen West-Berlin und Potsdam gegeben.