Syrien

Bericht: Mehr als 80 Tote bei Kämpfen in Damaskus

Die Kämpfe waren in der Nacht zwischen Regierungstruppen und Rebellen der Freien Syrischen Armee ausgebrochen.

Kairo/Beirut. Mehr als 80 Menschen sind nach Angaben von Aktivisten am Montagmorgen in Syrien bei heftigen Gefechten in den Außenbezirken der Hauptstadt Damaskus getötet worden. Der in Damaskus aktive Oppositionelle Heitham al-Abdullah sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass unter den Toten etwa 50 regimetreue Soldaten seien.

Die Kämpfe waren in der Nacht zwischen Regierungstruppen und Rebellen der Freien Syrischen Armee ausgebrochen. Nachrichtensender berichteten auch von mehreren Explosionen im Viertel Al Mezzeh westlich des Stadtzentrums, wo auch viele Botschaften sind. Am Morgen sperrten Truppen von Präsident Baschar al-Assad laut Opposition zahlreiche Straßen und durchsuchten Häuser nach Rebellen.

Einem Aktivisten zufolge spielte sich das Gefecht rund um ein Gebäude der Politischen Sicherheitsdirektion ab. Das Viertel beherbergt auch Botschaften, darunter die Schweizer Vertretung. Der stellvertretende Generalstabschef der syrische Streitkräfte, Generalmajor Assef Schawkat, der mit der Schwester des Präsidenten Baschar Assad verheiratet ist, wohnt dort. Bewaffnete Rebellen waren in den vergangenen Monaten immer wieder in die Außenbezirke von Damaskus vorgedrungen.

Erst am Sonnabend waren bei mehreren schweren Explosion in der Innenstadt von Damaskus 27 Menschen getötet worden. Die Regierung macht Terroristen für die Taten verantwortlich. Am Sonntag kam es zu einem ähnlichen Anschlag in der nördlich gelegenen Stadt Aleppo, bei der zwei Menschen ums Leben kamen. Die Oppositionsbewegung wies die Schuld der Regierung zu, die versuche, den Aufstand zu diskreditieren.

Derweil planen Vereinte Nationen und Arabische Liga weitere Friedensverhandlungen mit dem Assad-Regime. Wie die dpa aus Syrien erfuhr, hat eine Delegation, die für den gemeinsamen Syrien-Sonderbeauftragten beider Organisationen, Kofi Annan, Gespräche mit der Regierung führen soll, am Sonntag die Hauptstadt erreicht. Am Montag waren den Angaben nach erste Beratungen im Außenministerium anberaumt.

Unterdessen werden in Syrien zwei festgenommene türkische Journalisten einem Zeitungsbericht zufolge vom Regime in Damaskus als menschliches Faustpfand festgehalten. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad wolle sie gegen neun in die Türkei geflüchtete syrische Generäle austauschen, berichtete die türkische Tageszeitung „Türkiye“ am Montag. In die Verhandlungen um eine Freilassung der Journalisten seien auch Regierungen von Drittstaaten wie Iran eingeschaltet.

Der Reporter Adem Özköse und sein Kameramann Hamit Coskun waren nahe der grenznahen syrischen Stadt Idlib von regierungstreuen Milizen verschleppt worden. Sie sollen sich in den Händen des Geheimdienstes befinden. Idlib gehört zu den Hochburgen der Proteste gegen das Regime.

Ein Sprecher des türkischen Außenministeriums sagte am Montag auf Nachfrage, aus Syrien habe es keine offizielle Anfrage zu einem Austausch gegeben. Ein solcher sei auch nicht möglich. Eine Auslieferung von Menschen, die in der Türkei Unterschlupf gefunden hätten, entspreche nicht der türkischen Staatstradition. Außenminister Ahmet Davutoglu hatte Syrien gewarnt, einen Fehler zu begehen. (dapd/dpa/rtr)