Uno zieht wegen Unruhen Personal aus Kundus ab

Kabul. Angesichts der gewalttätigen Proteste gegen die Koranverbrennungen ziehen die Vereinten Nationen ihr internationales Personal aus dem nordafghanischen Kundus ab. Das Uno-Büro in der Stadt war von einem wütenden Mob angegriffen worden. Ein Teil des Gebäudekomplexes brannte ab. Die Uno-Mission in Afghanistan teilte mit, die Auslagerung der ausländischen Mitarbeiter sei nur "vorübergehend". Das Büro in Kundus gilt als das wichtigste der Uno im Nordosten des Landes.

In den vergangenen Tagen waren aufgebrachte Afghanen immer wieder auf die Straße gegangen, um gegen die Verbrennung von Exemplaren des Korans durch US-Soldaten zu demonstrieren. Am Sonnabend wurden zwei hochrangige amerikanische Offiziere im Innenministerium in Kabul kaltblütig erschossen. Die Taliban, die sich zu der Tat bekannten, sprachen von einem Vergeltungsakt. Zahlreiche ausländische Berater, darunter auch Deutsche, wurden daraufhin aus afghanischen Regierungsstellen abgezogen.

Bei einem Taliban-Angriff auf Schiiten im Nordwesten Pakistans wurden gestern mindestens 18 Angehörige der religiösen Minderheit getötet. Als Soldaten verkleidete Aufständische hatten vier Busse mit 117 Passagieren gestoppt, darunter Frauen und Kinder. Die Angreifer trennten nach Polizeiangaben die männlichen Schiiten von den anderen Reisenden, stellten sie in einer Reihe auf und erschossen sie. Neun Menschen seien verletzt worden.

( (HA) )