US-Soldaten befreien Iraner aus Piratenhand

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Sie gehören Marineverband an, durch den sich Teheran kürzlich provoziert sah

Washington. Es ist eine süße Ironie - jedenfalls in den Augen der Amerikaner. Inmitten neuer Spannungen mit dem Iran fällt ihnen ein Geschenk in den Schoß: Ein US-Flottenverband stößt im Indischen Ozean auf Piraten, die ausgerechnet 13 iranische Fischerleute in ihrer Gewalt haben. Und es ist nicht irgendein Marineverband. Just vor wenigen Tagen haben der iranische Verteidigungsminister und ein General mit militärischer Gewalt für den Fall gedroht, dass sich die Gruppe um den Flugzeugträger "USS John C. Stennis" noch einmal im Persischen Golf blicken lässt.

Nun gehen Bilder um die Welt, auf denen die vom US-Militär befreiten, ausgehungerten Iraner des Schiffes "Al Molai" ihre Retter dankbar umarmen. "Es ist, als ob euch Gott geschickt hat", zitiert die "New York Times" Fazel Ur Rehman, einen Fischer. "Jede Nacht haben wir darum gebetet, dass Gott uns rettet. Und dann kamt ihr." Da kam schließlich auch die Teheraner Führung nicht um anerkennende Worte für die Aktion der US Navy herum, wenn sie auch eher dürr ausfielen.

Die "Al Molai" war vor rund sechs Wochen von Piraten gekapert worden. Der Flottenverband der "Stennis" fing vergangenen Donnerstag einen Hilferuf des Frachters "Sunshine" auf, der ebenfalls von sechs Piraten attackiert wurde. Während die "Sunshine"-Angreifer festgenommen wurden, nahmen US-Helikopter etwa 50 Kilometer entfernt die "Al Molai" ins Visier, auf der den Amerikanern einiges verdächtig erschien. So ließen sie die sechs Piraten zunächst wieder frei, die dann prompt auch das iranische Schiff als ihr "Mutterschiff" ansteuerten. Ein Befreier-Team der "Stennis" ging aber wegen der heiklen diplomatischen Lage erst dann an Bord, nachdem dem Kapitän der "Al Molai" ein offizielles Hilfeersuchen entlockt worden war. Insgesamt 15 Piraten wurden festgenommen.

( (dpa) )