Spanien wirbt weiter um das Vertrauen der Finanzmärkte

Madrid. Die spanische Regierung hat nach immer neuen Spekulationen betont, dass sie allein mit den Problemen im Bankensektor fertig werden kann. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sagte, Gerüchte, die EU müsse Spanien finanziell retten, "haben keine Basis". Auch Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero wies Berichte über eine drohende Zahlungsunfähigkeit erneut zurück. Deutsche und spanische Medien hatten zuvor über geplante Milliardenhilfen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) berichtet.

Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado sagte, der heimische Bankenhilfsfonds sei mit seinen 99 Milliarden Euro "mehr als ausreichend", um jeden Bedarf des Finanzsystems abzudecken. Es würde im Bedarfsfall "weniger als ein Drittel" gebraucht. Die Märkte "werden wieder Vertrauen in uns bekommen", zeigte sich Salgado zuversichtlich. Zudem konnte sich das Land erneut erfolgreich refinanzieren. Insgesamt seien knapp 3,5 Milliarden Euro mit Staatsanleihen aufgenommen worden. Bereits am Dienstag hatte Spanien am Geldmarkt 5,2 Milliarden Euro eingesammelt.

Salgado sagte: "Es ist möglich, dass wir zu spät das Ausmaß der Krise erkannt haben." Ausgangspunkt sei der Finanzsektor gewesen, und da der spanische "so solide" sei, habe man nie gedacht, dass die Auswirkungen so schwerwiegend sein könnten.