Österreich

Klarer Wahlsieg: Heinz Fischer bleibt Bundespräsident

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Der von den Sozialdemokraten unterstützte 71-jährige verteidigte mit 78 Prozent der Stimmen klar sein Amt in der Wiener Hofburg.

Wien. Vor sechs Jahren wurde Heinz Fischer in Österreich zum ersten sozialdemokratischen Bundespräsidenten seit 18 Jahren gewählt – und seither scheint er sein Amt zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefüllt zu haben. Bei der Präsidentenwahl für die kommenden sechs Jahre, die am Sonntag abgehalten wurde, ging er nicht als Mitglied der Sozialdemokraten (SPÖ) ins Rennen, sondern als unabhängiger Kandidat. Um die sozialen Belange der Alpenrepublik besorgt ist das politische Urgestein Österreichs aber noch immer. Nun steht der 71-jährige Jurist und frühere Politikprofessor vor seiner zweiten Amtszeit als österreichisches Staatsoberhaupt.

Als „entspannt“ beschrieb der Amtsinhaber seine Stimmung am Sonntag, als er in einem Wahlbüro in Wien seine Stimme abgab. Sein Ziel einer „deutlichen Mehrheit“ der Stimmen erreichte er klar. Rund 78 Prozent der Wähler stimmten für ihn, wenn auch die extrem niedrige Wahlbeteiligung von unter 50 Prozent das Bild etwas trübt. Statt Ruhestand sind nun also sechs weitere Jahre als Bundespräsident abzusehen.

Der 1938 in Graz geborene Fischer ist einer der letzten verbliebenen Repräsentanten der Ära des sozialdemokratischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky, der Österreich von 1970 bis 1983 regierte. Er war es auch, der Fischer förderte und unterstützte. Fischer engagierte sich schon kurz nach dem Studium in der SPÖ und wurde 1971 Abgeordneter der Sozialdemokraten, was er bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten 2004 blieb. 1979 wurde der ruhige Politiker mit den dichten Augenbrauen Vizepräsident der SPÖ. Mehrmals war er Parlamentspräsident und in den 80er Jahren Minister für Wissenschaft und Forschung. Seit jeher ist der verheiratete zweifache Vater außerdem entschiedener Befürworter einer uneingeschränkten Neutralität Österreichs.

Nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten, die er gegen die konservative Herausforderin Benita Ferrero-Waldner gewann, trat er aus der SPÖ aus und tritt seitdem als unabhängiger Politiker auf. In seiner Zeit als Bundespräsident verstand er es, zu vermitteln und pflegte gar solide Beziehungen zu seinen politischen Gegnern. In der Präsidentenvilla in Wien lebte er nie – er bevorzugte stets seine Wohnung in der Stadt. Fischer liebt Musik und Wandertouren in den Bergen.

In Österreich wird der Bundespräsident direkt vom Volk auf sechs Jahre gewählt. Er übernimmt vor allem repräsentative Aufgaben. Regierungschef ist der Bundeskanzler, den er ernennt.