Korruptionsvorwurf

Israel von neuem Skandal erschüttert

Jerusalem. Israels Ex-Ministerpräsident Ehud Olmert ist einer der Hauptverdächtigen in einem neuen Korruptionsskandal - dem möglicherweise größten der israelischen Geschichte. Medien berichteten nach der teilweisen Aufhebung einer Nachrichtensperre, der 64-Jährige werde verdächtigt, für die Genehmigung eines umstrittenen Bauprojekts in Jerusalem Bestechungsgelder in Höhe von 3,5 Millionen Schekel (etwa 700 000 Euro) angenommen zu haben. Insgesamt sollen in der Affäre Bestechungsgelder bis zu 15 Millionen Dollar (elf Millionen Euro) auch an Entscheidungsträger in der Jerusalemer Stadtverwaltung geflossen sein. Der ehemalige Regierungschef steht bereits wegen Korruptionsvorwürfen in anderen Fällen vor Gericht.

Der ehemalige Jerusalemer Bürgermeister Uri Lupolianski wurde unter dem Verdacht verhaftet, von der Holyland-Baufirma mehr als drei Millionen Schekel (etwa 600 000 Euro) angenommen zu haben. Lupolianski beschuldigte hingegen seinen Amtsvorgänger Olmert, die Verantwortung zu tragen. Das Bauprojekt im Südwesten Jerusalems wurde gebilligt, obwohl Hunderte von Einwände vorlagen.