Nach Parlamentswahl

Irak steht vor langwierigen Verhandlungen

Bagdad/Berlin. Nach der Parlamentswahl im Irak stehen jetzt langwierige und komplizierte Koalitionsverhandlungen an. Es gibt drei große arabische Fraktionen, die alle die Regierung bilden wollen: die Rechtsstaat-Koalition von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, die religiöse Schiiten-Allianz von Ammar al-Hakim und das reformorientierte Bündnis Al-Irakija unter dem säkularen Schiiten Ijad Allawi, das gestärkt aus der Wahl hervorgeht. Die Bundesregierung sieht nach der Wahl in Irak die Voraussetzungen für eine demokratische und rechtsstaatliche Entwicklung in dem Land verbessert. Nun werde es darauf ankommen, eine stabile Regierung zu bilden und die demokratischen Institutionen weiter aufzubauen, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

US-Präsident Barack Obama hatte den Irakern zu der Wahl gratuliert und deutlich gemacht, am Zeitplan für den Abzug der US-Truppen festhalten zu wollen. Bis zum Ende kommenden Jahres sollen wie vorgesehen alle amerikanischen Soldaten das Land verlassen haben.

Das vorläufige offizielle Wahlergebnis werde frühestens am Donnerstag verkündet, sagte der Chef der Wahlkommission, Farradsch al-Haidari, gestern in Bagdad. Die Wahlbeteiligung lag nach ersten Angaben der Wahlkommission landesweit bei rund 60 Prozent.