Nahost

Netanjahu stoppt Abriss-Projekt in Ostjerusalem

Jerusalem. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Stadtverwaltung von Jerusalem aufgefordert, den umstrittenen Abriss von 40 Häusern von Palästinensern im arabischen Ostteil der Stadt zu stoppen. Es sei mehr Zeit notwendig, um mit den Bürgern eine Einigung zu erreichen, teilte das Büro des Ministerpräsidenten in Jerusalem mit.

Die Stadtverwaltung wollte nach dem Abriss in dem Gebiet südlich der Altstadt von Jerusalem einen Bibelpark errichten. Der Überlieferung nach sollen dort vor 3000 Jahren König Salomo sein Hohelied und König David Psalme geschrieben haben. Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat wollte das Projekt "Garten des Königs" gestern in Jerusalem vorstellen.

Angesichts der ohnehin aufgeheizten Atmosphäre in den Palästinensergebieten und Ostjerusalem hatten Anwohner wie auch Kommentatoren vor neuen Krawallen und Ausschreitungen gewarnt. "Wir werden niemals gehen. Wenn sie (die Israelis) darauf bestehen, wird es viel Ärger geben und möglicherweise auch Gewalt", sagte der Sprecher des Einwohnerkomitees, Abu Diab Fachri.

Der künftige Status von Jerusalem soll erst in Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern geklärt werden. Die Palästinenser werfen der Stadtverwaltung vor, mit neuen Projekten wie dem Gartenpark den Status quo im besetzten arabischen Ostteil Jerusalems zugunsten Israels ändern zu wollen.