Justiz

Schotten hadern mit Freilassung des Attentäters von Lockerbie

London. Sechs Monate nach der Begnadigung des todkranken Lockerbie-Attentäters wird seine Freilassung in Schottland zunehmend bereut. Schottische Oppositionspolitiker fordern von der Regierung, alle medizinischen Gutachten offenzulegen. Sie wollen wissen, auf Grundlage welcher Erkenntnisse die Regierung Abdel Basset al-Megrahi im August freigelassen hatte. "Nach sechs Monaten macht Schottland der Anblick der Rückkehr eines 'Helden' in Tripolis noch immer krank", sagte der Chef des schottischen Justizausschusses, Bill Aitken, gestern. Ärzte hatten al-Megrahi damals attestiert, er habe nur noch drei Monate zu leben. Noch am Tag der vorzeitigen Freilassung wurde der Libyer in seine Heimat ausgeflogen. Britische Medien berichten, der Zustand des krebskranken 57-Jährigen habe sich nach einer Chemotherapie verschlechtert, er sei aber am Leben. Al-Megrahi hat das Krankenhaus verlassen und lebt derzeit bei seiner Familie in einer Luxusvilla in Libyen. Die Oppositionspolitiker verlangen nun eine Veröffentlichung aller Details, die zur Begnadigung führten.