Terrorismus

Eta wollte Aznars Flugzeug abschießen

Madrid. Die baskische Terrororganisation Eta hat im Jahr 2001 angeblich das Flugzeug des damaligen spanischen Ministerpräsidenten José María Aznar mit Raketen abschießen wollen. Dies geht aus einer Aussage des mutmaßlichen Eta-Mitglieds Pedro María Olano in einem Polizei-Verhör hervor.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen gab der 49-Jährige bei einem Verhör zu Protokoll, dass er einem Eta-Kommando im spanischen Baskenland Raketen aus Frankreich geliefert habe. Der konservative Regierungschef hatte damals im Baskenland an Wahlkampfkundgebungen teilgenommen.

Die Eta soll nach der Aussage von Olano drei Versuche an verschiedenen baskischen Flughäfen unternommen haben, die Maschine Aznars abzuschießen. Die Attentate seien gescheitert, weil die Geschosse nicht funktioniert hätten, sagte der 49-Jährige nach Polizeiangaben. Olano war in der vorigen Woche im spanischen Baskenland festgenommen worden. Er steht im Verdacht, ein Verbindungsmann zwischen der Eta-Führung in Frankreich und den Terroristen in Spanien zu sein.

Die Eta erwarb die Boden-Luft-Raketen nach Angaben der Zeitung "El Pais" vermutlich Ende der 90er-Jahre bei irischen Mittelsmännern, die in Deutschland lebten und Kontakte zu illegalen Waffenmärkten in Osteuropa unterhielten. Im Jahr 2004 stellten die Sicherheitskräfte in Waffenverstecken der Eta in Südfrankreich zwei Raketen der russischen Bauart SAM-7 sicher - vermutlich die für das Attentat vorgesehenen Geschosse.

Aznar, Regierungschef von 1996 bis 2004, hat bereits 1995 ein Attentat der Eta leicht verletzt überstanden.