Demo gegen Ahmadinedschad

Opposition im Iran nutzt Schiiten-Fest für Protest

Bei Protesten in Teheran ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen Anhängern der Opposition und Sicherheitskräften gekommen.

Teheran. Die iranische Opposition nutzt das schiitische Aschura-Fest zu neuerlichen Protesten gegen die Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Dabei sei es am Sonnabend zu Zusammenstößen mit der Polizei und Sicherheitskräften gekommen, meldeten Internetseiten der Opposition. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt, um die Menge auseinanderzutreiben. Am Sonntag finden die Feierlichkeiten ihren Abschluss, auch da wurden wieder Proteste erwartet.

Die staatliche Agentur IRNA bestätigte, dass es Proteste gab, sprach aber von lediglich 150 Demonstranten. IRNA warf ausländischen Medien vor, das Ausmaß der Proteste zu übertreiben, um so mehr Menschen auf die Straße zu bringen.

Die Oppositionellen hatten sich an mehreren Stellen in der Hauptstadt Teheran versammelt, darunter auch an der Universität, hieß es auf regimekritischen Websites. Die Opposition hatte bereits zuvor angekündigt, die schiitischen Feierlichkeiten für Demonstrationen nutzen zu wollen.

Zuletzt hatten die Oppositionellen die Trauerfeierlichkeiten für den vor einer Woche gestorbenen Großajatollah Hussein Ali Montaseri für Demonstrationen in vielen Städten des Landes genutzt. Dabei wurden am Donnerstag in der nordwestiranischen Stadt Sandschan mehrere Menschen verletzt.

Nach dem Tod des 87 Jahre alten Geistlichen Montaseri war es mehrfach zu politischen Protesten gekommen, die zu Zusammenstößen mit der Polizei führten. Die Proteste im Iran richten sich gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Juni. Die Opposition wirft dem erzkonservativen Präsidenten Wahlbetrug vor. Montaseri hatte Ahmadineschad mehrfach beschuldigt, diktatorisch zu regieren.