Streit um Ölfeld

Iran und Irak vereinbaren Grenzziehung

Die iranischen Soldaten, die einen Bohrturm im iranisch-irakischen Grenzgebiet besetzt hatten, sind nach irakischen Angaben abgezogen.

Bagdad. Im Streit um ein Ölfeld in ihrem Grenzgebiet haben der Irak und der Iran ein gemeinsames Vorgehen vereinbart. Die Nachbarstaaten wollten die Grenzziehung in der Region in einem gemeinsamen Ausschuss festlegen, teilte der Irak am Sonntag mit. Die Regierung in Bagdad hatte zuvor den iranischen Botschafter einbestellt, um gegen die angebliche Besetzung des Ölfeldes durch iranische Soldaten zu protestieren. Der Iran hat den Vorwurf zurückgewiesen.

In einem Telefonat am Sonnabend berieten zudem die Außenminister der beiden Länder über den Konflikt. Staatlichen iranischen Medien zufolge tauschten sie sich über ein„Missverständnis zwischen den Grenztruppen“ beider Länder aus. Beide Seiten hätten sich für ein Treffen hochrangiger Vertreter ausgesprochen, bei dem die Durchsetzung der bilateralen Grenzabkommen sichergestellt werden solle, berichtete der Sender IRIB.

Irakischen Angaben zufolge halten iranische Soldaten das Ölfeld im Osten des Landes seit Tagen besetzt und haben sich auch am Wochenende nur teilweise davon zurückgezogen. Die Berichte trieben am Freitag die Ölpreise nach oben und belasteten die Börsen. Iran und Irak haben von 1980 bis 1988 Krieg gegeneinander geführt. Seit dem Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein hat sich das Verhältnis allerdings deutlich verbessert.

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