Mit Haftbefehl gesucht

Staatschef des Sudan sagt Türkei-Reise ab

Istanbul. Der wegen Kriegsverbrechen in der sudanesischen Krisenregion Darfur mit internationalem Haftbefehl gesuchte Staatspräsident Omar al-Baschir hat seine für Sonntag geplante Türkei-Reise nach internationaler Kritik abgesagt und wird nicht mehr an dem Wirtschaftsgipfel der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) teilnehmen. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat Schuldvorwürfe gegen al-Baschir allerdings zurückgewiesen. Erdogan erklärte dazu: "Ein Muslim kann keinen Völkermord begehen."

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hatte im März einen Haftbefehl gegen al-Baschir ausgestellt. Ihm werden Kriegsverbrechen vorgeworfen. Die Kämpfe zwischen arabischen Milizen und afrikanischen Rebellen in Darfur haben 200 000 Menschen das Leben gekostet, mehr als 2,5 Millionen wurden vertrieben.