Tansania

Albinomörder in Tansania zum Tode verurteilt

Weil viele Tansianer glauben, dass Gliedmaße von Albinos magische Kräfte besitzen, ist in dem Land offenbar ein 50-jähriger Mann umgebracht worden.

Nairobi/Daressalam. Wegen der Mordes an einem Albino sind vier Männer in Tansania zum Tode verurteilt worden. Wie örtliche Medien am Dienstag berichteten, befand ein Gericht in Shinyanga im Norden des Landes die Männer für schuldig, einen 50-jährigen Albino umgebracht und danach Kopf und Beine des Opfers abgetrennt zu haben. Es ist das zweite Todesurteil gegen Albinomörder in dem Ostafrikanischen Land. Im September wurden drei Männer wegen des Mordes an einem Jungen mit Pigmentstörungen verurteilt.

Nach dem Glauben vieler Tansanier besitzen die Gliedmaße von Albinos magische Kräfte. In den vergangenen Jahren wurden nach Schätzungen der Regierung mehr als 50 Albinos umgebracht, um ihre Körperteile zu verkaufen. Zauberheiler hatten hohe Summen geboten und damit kriminelle Netzwerke für den Handel interessiert. Die tansanische Regierung kündigte an, mit aller Härte gegen die kriminellen Ringe vorzugehen. Albinos, die in Tansania stark diskriminiert werden, fürchten dennoch weiter um ihr Leben. Selbsthilfegruppen bemängeln, dass sie zu schlecht im Kampf gegen die kriminellen Banden ausgestattet sind. Erst in der vergangenen Woche war im Westen ein 10-jähriger Albino ermordet worden, sein Vater liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus.