Ethnische Konflikte in Pakistan

34 Tote bei schweren Unruhen in Karatschi

Menschen wurden auf offener Straße quasi hingerichtet, Autos und Busse brennen. Selbst die Sicherheitskräfte wurden beschossen. Pakistans Hafen-Metropole Karatschi befindet sich im Ausnahmezustand.

Karatschi/Washington. Bei Unruhen in der südpakistanischen Hafenstadt Karatschi sind vermutlich 34 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Polizei der Stadt. Es gibt Dutzende Verletzte in den Krankenhäusern. Die Lage ist noch unübersichtlich. Alle Schulen und zahlreiche Geschäfte waren geschlossen. In mehreren Stadtteilen haben nach dem Bericht eines Internetdienstes Bewaffnete ihre Opfer auf der Straße aus nächster Nähe niedergeschossen, vielfach sei Panik ausgebrochen. Busse und Autos brannten.

Unter den Getöteten sind nach Polizeiangaben Paschtunen und Urdu sprechende Bewohner. Die Unruhen seien bereits am Morgen ausgebrochen, nachdem Unbekannte eine Hüttensiedlung im Norden der 13-Millionen-Metropole beschossen hätten. Dabei sei ein Anhänger der Partei Muttahida Qaumi Movement (MQM) getötet worden. Als Sicherheitskräfte eintrafen, seien auch sie beschossen worden. Dabei habe es mehrere Verletzte gegeben. Anschließend hätten sich die Unruhen auf andere Teile der Stadt ausgeweitet.

US-Präsident Barack Obama hat sich "sehr besorgt" über die Lage in Pakistan geäußert. Die Regierung in Islamabad sei "sehr zerbrechlich" und könne die Sicherheit und Rechtstaatlichkeit im Land derzeit nicht garantieren, sagte Obama auf einer Pressekonferenz zu seinen ersten 100 Tagen im Amt. Die USA sorgten sich derzeit nicht um die Sicherheit der Nuklearwaffen in Pakistan, sagte Obama. Allerdings brauche das Land in vieler Hinsicht amerikanische Unterstützung.

Die USA wollten der pakistanischen Führung helfen, das Land zu stabilisieren. Derzeit könnten die grundlegenden Bedürfnisse der Bürger Pakistans nicht befriedigt werden, sei es die medizinische Versorgung oder funktionierende Schulen. Vor allem sei es wichtig, dass die Regierung in Islamabad erkenne, dass nicht Indien die große Gefahr für Pakistan darstelle, sondern vor allem die Extremisten im eigenen Land.