Rückkehr zur Demokratie

Parlamentswahlen in Bangladesh

Erster Schritt in Richtung Demokratie: Unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen wurde in Bangladesh am Montag ein neues Parlament gewählt.

Dhaka. Die Stimmung sei "enthusiastisch" gewesen, berichtet der Chef des nationalen Wahlbeobachterrates, Nazmul Ahsan Kalimullah, am Montag nach Schließung der Wahllokale. Landesweit hätten sich etwa 70 Prozent der mehr als 80 Millionen Wahlberechtigten an der Abstimmung beteiligt. Erste Trends werden am späten Montagabend (Ortszeit) erwartet, mit dem vorläufigen Endergebnis wird am Dienstag gerechnet.

Als Favoriten gelten die beiden großen Parteien des Landes, die von zwei erbittert verfeindeten Politikerinnen geführt werden: die linke Awami-Liga von Sheikh Hasina Wajed und die rechtsorientierte Nationalpartei BNP von Khaleda Zia. Beide hatten sich zwischen 1991 und 2006 an der Regierungsspitze abgewechselt, in dieser Zeit galt Bangladesch als eines der korruptesten Länder der Welt.

Mehr als 650 000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf der Wahlen zu gewährleisten. Größere Zwischenfälle und Unregelmäßigkeiten wurden nicht gemeldet. Der Vorsitzende der staatlichen Wahlkommission, Shamsul Huda, sprach von "lediglich vereinzelten Berichten über Gewalt". Medienberichten zufolge wurden bei Zusammenstößen in verschiedenen Landesteilen mindestens 20 Menschen verletzt.

Die ursprünglich für den 22. Januar 2007 geplanten Wahlen wurden wegen schweren Unruhen zwischen Anhängern von BNP und Awami-Liga verschoben, nachdem Anfang 2007 der Ausnahmezustand über das südasiatische Land verhängt werden musste. Sheikh Hasina, Khaleda Zia und tausende weitere Politiker, Beamte und Geschäftsleute wurden festgenommen, nachdem eine vom Militär gerstützte Übergangsregierung der Korruption den Kampf ansagte. Zahlreichen Funktionären wurde eine zukünftige Kandidatur bei Wahlen untersagt.