Angestellte von Hilfsorganisation auf offener Straße erschossen

Kabul. Taliban-Kämpfer haben am Montag in der afghanischen Hauptstadt Kabul auf offener Straße eine britisch-südafrikanische Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation erschossen. Die Frau habe für die internationale Organisation SERVE (Serving Emergency Relief and Vocational Enterprises) gearbeitet, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums. Sie sei zu Fuß auf dem Weg ins Büro gewesen, als die Angreifer von einem Motorrad aus das Feuer auf sie eröffnet hätten. Die beiden Täter seien anschließend geflohen. Die Frau hatte nach Angaben des südafrikanischen Außenministeriums die britische und südafrikanische Staatsbürgerschaft.

Die radikal-islamischen Taliban teilten auf ihrer Homepage mit, ihre Kämpfer hätten eine Ausländerin getötet, die das Christentum gepredigt habe. "Sie wurde lange Zeit verfolgt und heute endlich bestraft." In der Vergangenheit verübten die Taliban ähnliche Anschläge von Motorrädern aus in der südafghanischen Stadt Kandahar. In der Provinz Logar südlich von Kabul erschossen die Taliban im August drei Mitarbeiterinnen einer Hilfsorganisation und ihren Fahrer.

Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte am Montag mit, ihre Soldaten hätten bei Gefechten in der Provinz Wardak westlich von Kabul mehr als 20 Aufständische getötet. Bodentruppen seien mit Luftangriffen unterstützt worden. Zu den zweitägigen Kämpfen sei es in der vergangenen Woche gekommen. Die US-Armee teilte am Montag mit, Koalitionstruppen hätten am Vortag in der südostafghanischen Provinz Paktia acht Extremisten gefangen genommen.