Sprengstoff : Fahrzeug detoniert

Schwerer Anschlag in Syriens Hauptstadt Damaskus

Bei der Explosion einer Autobombe in Damaskus sind am Sonnabend 17 Menschen getötet und 14 weitere verletzt worden.

Damaskus. In Syrien ist am Sonnabend einer der schwersten Anschläge der vergangenen Jahrzehnte verübt worden. Nach Berichten des syrischen Fernsehens starben 17 Menschen und 14 weitere wurden verletzt, als am Morgen ein mit 200 Kilogramm Sprengstoff beladenes Auto in der Nähe eines schiitischen Schrein im Süden der Hauptstadt Damaskus explodierte. Unter den Verletzten waren auch Kinder, berichteten Augenzeugen. Innenminister Bassam Abdel Madschid sprach im Fernsehen von einem "feigen Akt".

Das genaue Ziel der Attentäter war unklar; in der Nähe befand sich neben dem Schrein auch ein Kontrollposten von Sicherheitskräften. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Augenzeugen berichteten, dass unter den Toten auch mehrere Mitarbeiter des Geheimdienstes seien.

Nach Angaben der syrischen Nachrichtenagentur Sana wurde eine Anti-Terror-Einheit mit den Ermittlungen betraut. Das Grab von Sajeda Seinab, in dessen Nähe der Anschlag verübt wurde, ist ein beliebtes Ziel schiitischer Pilger aus dem Iran, dem Libanon und dem Irak. Laut Sana bringt der dortige Pilgertourismus jährlich rund 40 Millionen Dollar (rund 27 Millionen Euro) ein.

Im Februar war in Damaskus der Hisbollah-Anführer Imad Mugnieh durch eine Autobombe getötet worden. Die schiitische Miliz machte Israel für den Anschlag verantwortlich, das die Vorwürfe jedoch zurückgewiesen hatte. Im August bestätigten die syrischen Behörden die Ermordung eines ranghohen Armeegenerals, der nach Angaben arabischer Medien enge Verbindungen zur Hisbollah hatte.