Europareise: Barack Obama in London

Obama dankt britischen Soldaten

Auf der letzten Station seiner Europareise hat sich der demokratische US-Präsidentschaftsanwärter Barack Obama bei den Briten für ihre Unterstützung im Irak- und Afghanistan-Krieg bedankt.

London. "Ich habe erneut unsere Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht für die zuverlässige Hilfe Großbritanniens in Fragen wie Afghanistan", sagte Obama nach einem Treffen mit Premierminister Gordon Brown in London. Die britischen Soldaten hätten in den Kriegen im Irak und in Afghanistan einen "schweren Tribut" gezahlt, die US-Bevölkerung sei ihnen dafür "dankbar". Wie zuvor schon in seiner Rede in Berlin verwies Obama auf die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

"Wir sind zusammen durch zwei Weltkriege gegangen, wir sprechen die gleiche Sprache, wir glauben beide an den Rechtsstaat und an die Ehrfurcht vor dem Gesetz", sagte der Senator aus Illinois nach der Unterredung mit Brown, bei der es vor allem um die Lage im Irak und in Afghanistan ging. "Ich bin überzeugt, dass viele der Probleme, vor denen wir zu Hause stehen, nur mit starken Partnern im Ausland effektiv gelöst werden können", sagte Obama. Daher sei seine Europa-Reise wichtig, auch wenn sie ihm bei den US-Wählern vermutlich keinen unmittelbaren Vorteil bringe. "Die Menschen sorgen sich um die Benzinpreise und um die Immobilienkrise", erklärte er.

Ein großer öffentlicher Auftritt des Senators aus Illinois war in London nicht geplant, er zeigte sich nur am Eingang zur Downing Street 10 kurz mit Brown den Fotografen. Am Donnerstag hatte Obama an der Berliner Siegessäule eine Rede von rund 200 000 Menschen gehalten, die in Deutschland sehr positiv aufgenommen wurde: Laut einer Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" sagten 62 Prozent der Befragten, dass Obama in Berlin eine "große Rede" gehalten habe. Nur 19 Prozent waren anderer Meinung. 63 Prozent sagten, der demokratische Kandidat wäre für Deutschland ein guter US-Präsident.

Am Morgen hatte sich Obama in seinem Londoner Hotel mit Browns Amtsvorgänger Tony Blair getroffen. Nach Angaben aus Obamas Wahlkampfteam sprachen die beiden über die Lage im Nahen Osten und den Kampf gegen den Klimawandel. Vor seinem Abflug nach Chicago am Sonnabendabend sollte Obama noch den britischen Oppositionsführer David Cameron treffen. Der US-Präsidentschaftsanwärter ist auch bei den Briten sehr beliebt, die Mehrheit würde Umfragen zufolge Obama seinem Konkurrenten John McCain als US-Präsident vorziehen.

Mit seiner einwöchigen Reise nach Afghanistan, Irak, in den Nahen Osten und nach Europa wollte Obama sein außenpolitisches Profil schärfen. Dass er seine Rede vor dem bislang größten Publikum im Ausland hielt, wurde bei seinen Landsleuten jedoch nicht nur positiv aufgenommen.