Simbabwe: Opposition erklärt sich zum Sieger der Präsidentenwahl

Johannesburg/Harare. Vier Tage nach der Präsidentenwahl in Simbabwe hat sich die Opposition aufgrund selbst ausgezählter Einzelergebnisse zum Sieger erklärt. Damit verschärfte sie den Konfrontationskurs gegenüber der Regierung von Präsident Robert Mugabe.

Die staatlich kontrollierte Zeitung "The Herald" wies ihrerseits ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Stichwahl hin. Unklar blieb, wie sich das Militär, das vor der Wahl Partei für Mugabe ergriffen hatte, im Falle einer offenen Konfrontation verhalten würde. Bei der parallel abgehaltenen Parlamentswahl lag die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) laut der offiziellen Auszählung leicht vorne.

MDC-Generalsekretär Tendai Biti erklärte, eine Stichwahl sei unnötig, da MDC-Chef Morgan Tsvangirai bei der Wahl die verfassungsgemäß vorgeschriebene Hürde mit 50,3 Prozent übersprungen habe. Die Regierung hat mehrfach davor gewarnt, dass eine einseitige Erklärung eines Ergebnisses vor der offiziellen Verkündung des Wahlausgangs einem Putschversuch gleichgesetzt werde. Wenn keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht hat, ist eine Stichwahl vorgesehen.