Gasverhandlungen mit der Ukraine gescheitert

Russland dreht den Gashahn zu

Russland hat der Ukraine am Neujahrsmorgen den Gashahn wegen fehlender neuer Lieferverträge komplett zugedreht. Der Konzern pumpte allerdings weiter Gas über die ukrainischen Leitungen nach Westeuropa.

Moskau/Kiew. Im Gasstreit mit der Ukraine hat der russische Gasmonopolist Gazprom die Verhandlungen mit Kiew für gescheitert erklärt. Bereits vor drei Jahren hatte ein ähnlicher Streit auch Folgen für die Versorgung in Westeuropa.

"Die Verantwortung für diese verschärfte Situation liegt voll und ganz bei der Ukraine", sagte Miller. Der Gazprom-Chef warf dem ukrainischen Unternehmen Naftogas außerdem vor, die Schulden für die letzten Gaslieferungen nicht bezahlt zu haben. Zuvor hatte der Konzern aber erklärt, dass von Naftogas 1,5 Milliarden Dollar (1,06 Milliarden Euro) bei dem Schweizer Zwischenhändler RosUkrEnergo eingegangen seien. Miller beklagte nun, dass das Geld aber weiter nicht bei Gazprom gebucht sei. Zudem fehlten rund 600 Millionen US-Dollar, die Gazprom als Verzugsstrafe berechnet habe.

Die Ukraine hat angekündigt, die für den Transit bestimmten Gaslieferungen nach Westeuropa zu "beschlagnahmen". Aus russischer Sicht will das finanziell angeschlagene Land auf diese Weise seine Versorgung sichern. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte am Dienstag betont, dass die Versorgung Deutschlands in keinem Falle gefährdet sei. In einer Erklärung verwies er auf die "gut gefüllten Gasspeicher der deutschen Versorgungsunternehmen".