Aufstand im Osten

Tausende demonstrieren gegen Putin

In Russland gehen tausende Demonstranten angesichts der Wirtschaftskrise auf die Straßen und fordern den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Wladimir Putin.

Moskau. In zahlreichen russischen Städten haben tausende Menschen gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung von Ministerpräsident Wladimir Putin demonstriert. "Die Revolution ist der einzige Ausweg aus der Krise", rief Kommunistenchef Gennadi Sjuganow im Zentrum von Moskau auf einer genehmigten Kundgebung den etwa 1000 Anhängern zu. Die Kremlpartei "Geeintes Russland" organisierte parallel große Gegendemonstrationen, auf denen die Menschen ihre Unterstützung für die Krisen-Maßnahmen bekundeten. Ein starkes Polizeiaufgebot verfolgte in Moskau und anderen Städten die Versammlungen der Regierungskritiker.

Während einer unangemeldeten Demonstration gegen die russische Regierung im Zentrum der Stadt Moskau ist der Gründer der verbotenen Nationalbolschewistischen Partei, Eduard Limonow, festgenommen worden. Limonow hatte versucht, eine Ansprache zu halten. Als uniformierte Polizisten und Beamte in Zivilkleidung ihn ergriffen, stürzte Limonow zu Boden.

Außer Limonow wurde nach Angaben seines Sprechers rund ein weiteres Dutzend Teilnehmer der unangemeldeten Kundgebung festgenommen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax zufolge hatten Anhänger der Nationalbolschewistischen Partei zuvor vorübergehend versucht, eine Straße im Osten der russischen Hauptstadt zu blockieren.

Auch in den fernöstlichen Großstädten Chabarowsk und Wladiwostok demonstrierten insgesamt etwa 5000 Menschen gegen gestiegene Kommunalgebühren sowie höhere Einfuhrzölle für Importautos. Die russische Bevölkerung leidet zunehmend unter steigenden Preisen, einer drastischen Rubelabwertung sowie unter Arbeitslosigkeit. Der Preisverfall für Rohstoffe auf den Weltmärkten sowie die Konjunkturflaute lassen nach Angaben der Regierung die Staatseinnahmen im laufenden Jahr um etwa 40 Prozent schrumpfen.