US-Soldaten töten sieben Frauen und Kinder

Irakkrieg: Trupp eröffnet Feuer auf Kleinbus, der trotz Aufforderung nicht anhielt. Luftangriffe auf Bagdad gehen weiter. US-Armee meldet "Feindberührung" am Boden mit irakischen Garden

Bagdad/Washington. US-Soldaten haben an einem Kontrollpunkt in der Nähe der Stadt Nadschaf im Zentrum des Irak sieben Frauen und Kinder getötet. Weitere zwei Personen seien verletzt worden, berichteten die britische BBC und der US-Nachrichtensender CNN in der Nacht zum Dienstag unter Berufung auf das US-Zentralkommando. Die Soldaten hätten das Feuer auf einen Kleinbus eröffnet, der trotz Aufforderung und Warnschüssen nicht angehalten habe. Das Fahrzeug war insgesamt mit 13 Frauen und Kindern besetzt. Der Vorfall werde untersucht, hieß es weiter. Bei Nadschaf hatte sich am Samstag ein Selbstmordattentäter in einem Taxi in die Luft gesprengt und vier US-Soldaten mit in den Tod gerissen. Angriffe auf Bagdad gehen weiter Unterdessen setzen die alliierten Streitkräfte am 13. Kriegstag ihre Bombardements auf die irakische Hauptstadt Bagdad fort. CNN meldete bis zum Morgen Explosionen und Luftabwehrfeuer aus der Fünf-Millionen-Einwohner-Stadt am Tigris. Über Tote und Verletzte ist zunächst nichts bekannt geworden. Die massiven Luftangriffe der US-geführten Streitkräfte haben nach US-Angaben die Republikanische Garde von Saddam Hussein deutlich geschwächt. In den vergangenen 72 Stunden seien insgesamt 3000 Bomben über dem Irak abgeworfen worden. Die meisten der seit vergangenem Sonntag geflogenen 1000 Luftangriffe hätten den irakischen Eliteeinheiten gegolten, sagte ein Sprecher der US-Regierung in Washington. Die Garde bildet den harten Kern der irakischen Armee. Mit teilweise gepanzerten Divisionen soll sie Bagdad verteidigen. "Feindberührung" am Boden vor der Hauptstadt US-Soldaten der 3. Infanteriedivision hatten nach US-Angaben östlich der Stadt Kerbela, etwa 80 Kilometer südlich von Bagdad, "erste ernsthafte Feindberührung" mit den Republikanischen Garden am Boden. Nach Angaben von US-Offizieren wurden dabei 200 Iraker getötet, verletzt oder gefangen genommen. Im Nordirak griffen Kampfjets mutmaßliche Stellungen irakischer Einheiten an. Dort rückten kurdische Truppen weiter in Gebiete vor, die von der irakischen Armee aufgegeben wurden. Die Iraker zögen sich weiter in Richtung der Ölstadt Kirkuk zurück, sagte ein Kommandeur. Ein Sprecher der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) erklärte, die Nordfront werde bald "einsatzbereit" sein. Im Süden des Landes meldeten britische Streitkräfte im Raum Basra laut BBC am Vorabend ihre bisher größten Erfolge. Die rund 200.000 Einwohner zählende Stadt As Subayr sei nach heftigen Gefechten jetzt unter britischer Kontrolle, sagte ein Sprecher der Briten.