Iraks Elite-Truppen im Visier

Saddams Garden: Die 3. US-Infanteriedivision hat vor Bagdad zum ersten Mal Feindberührung mit den gefürchteten Einheiten

Nadschaf/Bagdad. Eineinhalb Wochen nach Beginn des Irak-Kriegs haben sich die US-geführten Truppen südlich von Bagdad erstmals ernsthafte Gefechte mit den gefürchteten Republikanischen Garden geliefert. Der US-Sender CNN berichtet, irakische Einheiten hätten sich bei den Städten Hilla und Hindija verschanzt und leisteten heftige Gegenwehr mit Artillerie und Raketenwerfern. Zugleich habe die Schlacht um die Hafenstadt Basra begonnen, teilten britische Offiziere mit. Bagdad und andere Städte Iraks wurden massiv bombardiert, dabei sollen Dutzende Zivilisten getötet worden sein. Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon bezifferte die Zahl der bislang gefangenen irakischen Soldaten auf 8000. US-Außenminister Colin Powell forderte unterdessen den Iran und Syrien auf, ihre Unterstützung für den Terrorismus zu beenden. Iran müsse sein Streben nach Massenvernichtungswaffen einstellen und seine "Opposition gegen alle Terrorgruppen erklären, die gegen den Friedensprozess im Nahen Osten arbeiten". Auch Syrien stehe vor einer entscheidenden Wahl: Es müsse damit aufhören, Terroristen-Gruppen im "sterbenden Regime" des irakischen Präsidenten Saddam Hussein zu unterstützen, warnte Powell. Der Iran warf Washington daraufhin vor, eine Hegemoniestellung im Nahen Osten anzustreben. Östlich von Kerbela, etwa 80 Kilometer südlich von Bagdad, haben US-Soldaten der 3. Infanteriedivision, "erste ernsthafte Feindberührung" mit den Republikanischen Garden gehabt, sagte Befehlshaber Will Grimsley. Bei den Kämpfen seien rund 200 Iraker getötet, verwundet oder gefangen genommen worden, teilten andere US-Offiziere mit. Auch bei Nadschaf, 150 Kilometer südlich von Bagdad, seien Soldaten in Gefechte verwickelt worden. Der Vormarsch bei Basra begann nach Angaben britischer Offiziere bereits am Sonntag, als mehr als 600 britische Marineinfanteristen auf den zwölf Kilometer südöstlich von Basra gelegenen Ort Abu el Chasib vorgestoßen sein sollen. Mehrere britische Soldaten seien verletzt worden, einige von ihnen schwer. Mindestens 300 Iraker seien gefangen genommen worden, darunter fünf ranghohe Offiziere. Ziel des Angriffs sei es gewesen, die oppositionellen Schiiten in Basra zum Aufstand gegen die irakische Führung zu ermutigen. Iraks Außenminister Nadschi Sabri warf der US-geführten Koalition vor, sie wolle das Land "zerstückeln". Inzwischen seien mehr als 5000 Freiwillige aus vielen arabischen Ländern im Irak, um die "Ehre der Araber und Moslems" zu verteidigen. Vize-Regierungschef Tarik Asis sagte, man habe das Recht, sich "mit allen Mitteln" zu verteidigen, auch mit Selbstmordanschlägen. Im Süden des Irak griffen wenig später irakische Soldaten nach Korrespondenten-Berichten US-Soldaten aus einem Krankenwagen heraus an und verletzten drei von ihnen. Irak habe in den vergangenen eineinhalb Tagen 43 alliierte Soldaten getötet, behauptete der irakische Informationsminister Mohammed Said el Sahhaf. Zudem seien vier Apache-Kampfhubschrauber, 13 Panzer, acht Truppentransporter und zwei Predator-Drohnen vernichtet sowie weiteres Militärgerät zerstört worden.