Mehr als 50 Tote bei Raketenangriff auf Bagdad

Nach amerikanischen Angaben ist das irakische Informationsministerium mit Marschflugkörpern beschossen worden

Bagdad. Der alliierte Luftkrieg gegen Bagdad hat nach irakischen Regierungsangaben am Freitagabend viele Opfer unter der Zivilbevölkerung gefordert. Bei einem Bombeneinschlag in einem Wohngebiet seien 58 Menschen getötet und viele zum Teil schwer verletzt worden, sagte Informationsminister Mohammed Said el Sahhaf. Stunden später erschütterte eine weitere schwere Explosion das Zentrum der Millionenmetropole. Raketen und Bomben schlugen bis in die Morgenstunden in der Umgebung der Hauptstadt ein. Die irakische Hauptstadt unter Beschuss Das US-Oberkommando Mitte in Katar teilte mit, Berichte über den Angriff würden geprüft. Das US-Verteidigungsministerium hatte bereits am Mittwoch die Verantwortung für eine Explosion auf einem Markt in Bagdad abgelehnt, bei der 14 Menschen getötet wurden. Augenzeugen in Bagdad sagten am Freitagabend, sie hätten kurz vor dem Einschlag ein Flugzeug in großer Höhe vorbeifliegen sehen. Nach amerikanischen Angaben wurde vor dem Morgengrauen das Informationsministerium in Bagdad mit Marschflugkörpern beschossen. Eine Auswertung der Angriffe lag zunächst nicht vor. Im irakischen Fernsehen wurden drei Iraker gezeigt, die der Spionage für die USA beschuldigt wurden. Sie sollen angeworben worden sein, um Bombenschäden zu inspizieren und gegebenenfalls neue Angriffe anzufordern, hieß es. Bombardiert wurden auch Einheiten der Republikanischen Garde, die den 80 Kilometer vor Bagdad stehenden vordersten Einheiten der Invasionstruppen Widerstand leisten. Die Luftangriffe richteten sich außerdem gegen Stellungen der irakischen Streitkräfte im kurdischen Norden Kämpfe im Südirak In Basra zerstörten US-Kampfflugzeuge nach amerikanischen Angaben ein Gebäude, in dem sich 200 paramilitärische Kämpfer Iraks aufgehalten haben sollen. Die britische Regierung prüft unterdessen einen weiteren Fall von tödlichem eigenen Feuer: Bei Basra sei ein britischer Soldat im Beschuss eines US-Kampfflugzeugs getötet worden, meldete die britische Nachrichtenagentur PA. Seit Kriegsbeginn sind bereits vier britische Soldaten vom Feuer der eigenen Truppen getötet worden. Die US-Armee hat in der Nacht zum Samstag auch ihre schweren Luftangriffe auf irakische Stellungen in Südirak fortgesetzt. Apache-Kampfhubschrauber der 101. Luftlandedivision hätten Ziele in der Nähe der Stadt Kerbela 80 Kilometer südwestlich von Bagdad angegriffen, sagte Brigadekommandeur Greg Gass. Der Einsatz sei von Kampfjets der US-Luftwaffe begleitet worden. Die Angriffe hätten einer Region gegolten, in der die Panzer-Division "Medina" der irakischen Elite-Einheit Republikanische Garden stationiert sei. Der Kommandeur wollte nicht bestätigen, dass die Angriffe dieser Division galten. Rund um die südirakische Stadt Nassirijah, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt am Euphrat, dauerten die erbitterten Kämpfe an. Dort und in der weiter nördlich gelegenen Region um Diwanijah forderten die US-Truppen wegen des heftigen Widerstands der Iraker Luftunterstützung an. Hubschrauber stürzen im Zentralirak ab Auf einem Stützpunkt im Zentralirak wurden zwei amerikanische "Apache"-Kampfhubschrauber bei einem missglückten Landemanöver stark beschädigt. Auf Fernsehbildern des Senders CNN war eine Maschine zu sehen, die seitwärts auf den Boden aufgeschlagen war. Bei den Vorfällen habe möglicherweise ein Co-Pilot Knochenbrüche erlitten, sagte ein Reporter vor Ort. Die übrigen Besatzungsmitglieder seien unverletzt.