Strategiewechsel der Alliierten vor Basra

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Irreguläre Milizen leisten erbitterten Widerstand. 4000 US-Infanteristen in heftige Kämpfe in Nassirijah verwickelt

Bagdad/Nassirijah. Der heftige Widerstand irakischer Kräfte zwingt die Alliierten im Südirak offenbar zu einem Strategiewechsel. Ein britischer Militärsprecher sagte dem US-Nachrichtensender CNN am Dienstag, die Stadt Basra selbst würde zum militärischen Ziel werden. Bisher war es die Absicht der amerikanischen und britischen Streitkräfte, die Millionenstadt zu umgehen und sich nicht in einen Häuserkampf hineinziehen zu lassen. Der Widerstand in der Stadt kommt laut dem britischen Sprecher vor allem von irregulären Einheiten, den so genannten Fedajin. Die Stadt könne zum legitimen militärischen Ziel werden. Man werde sie aber nicht wahllos bombardieren. In der Nähe von Basra ist nach Angaben britischer Militärquellen in der Nacht zum Dienstag ein zweiter britischer Soldat bei Kampfhandlungen getötet worden. Bei Unfällen hatten die Briten zuvor 16 Soldaten verloren. Die Kämpfe im Südirak wurden am Dienstag durch schwere Sandstürme behindert. Bei Basra soll die Sicht nur etwa 50 Meter betragen. Schwere Gefechte gab es am Dienstag auch in der südirakischen Stadt Nassirijah, wo 4000 US-Marineinfanteristen unter heftigen Beschuss geraten waren. Die Truppe habe inmitten der Kämpfe den Euphrat überquert, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP, der die US-Soldaten begleitet. Die Soldaten seien eine Straße im Norden der Stadt entlangmarschiert, als sie mit Maschinengewehren, Mörsern und Raketen angegriffen worden seien. Die US-Truppen benutzten zwei Brücken, um den Euphrat zu überqueren. Die Stellung wurde unterdessen von etwa 500 Marineinfanteristen und rund 50 Panzern gesichert. Unterdessen bereiteten sich die Alliierten auf den Angriff gegen die Republikanischen Garden vor, die die Hauptstadt Bagdad verteidigen. Die Bodentruppen der Alliierten liegen nach eigenen Angaben rund 90 Kilometer vor der Stadt. Kampfhubschrauber und Kampfflugzeuge bombardierten Stellungen der Garden sowie den internationalen Flughafen vom Bagdad. Der australische Regierungschef John Howard erwartet schwere Gefechte um Bagdad. Niemand solle die Heftigkeit der Auseinandersetzungen unterschätzen, sagte er am Dienstag. Australien ist mit 200 Soldaten am Krieg beteiligt.

( dpa/AFP )

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