Proteste gegen italienisches Wachstumspaket

Rom. Zehntausende Gewerkschafter haben in Rom für Wachstum, mehr Arbeitsplätze und eine sozialere Verteilung der Steuerlasten in Italien demonstriert. Sie verlangten von der Technokratenregierung unter Mario Monti ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie eine "neue Agenda in der Sozia- und Arbeitspolitik". Unterdessen bekräftigte Monti in Bologna selbstbewusst, Italien werde den Weg aus der Krise allein finden, "und zwar nicht, weil Angela Merkel das sagt".

Die großen Gewerkschaften CGIL, CISL und UIL hatten zu der Kundgebung am Sonnabend aufgerufen, an der nach ihren Angaben 200 000 Menschen teilnahmen. "Den wirklichen Wandel, den das Land braucht, gibt es nicht", kritisierte CGIL-Chefin Susanna Camusso. Zu einigen Zwischenfällen kam es bei kleineren Protestzügen in Bologna gegen den in der Stadt anwesenden Regierungschef. Gegner einer "Regierung der Banken" und die Polizei gerieten kurz aneinander, dann flogen auch Farbbeutel gegen den Sitz der Deutschen Bank, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Demonstranten wenden sich gegen eine von den Finanzmärkten gelenkte Demokratie.

Die Regierung des früheren EU-Kommissars Monti hatte ein Maßnahmenpaket für Wachstum und Entwicklung verabschiedet. Es soll nach einer Phase des harten Sparkurses die Wirtschaft ankurbeln. Monti setzt auf europäische Wachstumsimpulse, will Italien dabei aber ohne europäische Hilfsgelder voranbringen.

( (dpa) )