Kammerdiener des Papstes bleibt in Untersuchungshaft

Rom. Im Enthüllungsskandal "Vatileaks" wollen die vatikanischen Ermittler in der nächsten Woche mit der Vernehmung des verhafteten Kammerdieners beginnen. Die formelle Befragung des 46 Jahre alten Paolo Gabriele durch den Untersuchungsrichter Piero Antonio Bonnet werde am Montag, vielleicht auch am Dienstag beginnen, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi laut Nachrichtenagentur Ansa.

Dem päpstlichen Kammerdiener Gabriele wird schwerer Diebstahl vorgeworfen. In seiner Wohnung waren vertrauliche Unterlagen gefunden worden, die er nicht hätte besitzen dürfen. Er sitzt weiter in Untersuchungshaft. Vor Beginn der Vernehmung werde es hier auch keine Änderung geben, hieß es weiter. Seine Anwälte wollten beim Untersuchungsrichter beantragen, dass er die Zelle verlassen darf und unter Hausarrest gestellt wird. Lombardi dementierte, dass ein Rechtshilfeersuchen an die italienischen Justizbehörden gestellt worden sei.

Der Verlag "Chiarelettere" wies am Donnerstag Vorwürfe gegen den Journalisten Gianluigi Nuzzi zurück. Der Vatikan hatte die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente in Nuzzis Buch "Sua Santità" als illegal kritisiert. Der Autor stehe jenseits jeglichen Verdachts von Hehlerei und habe nichts getan als seine journalistische Pflicht, Dokumente von allgemeinem Interesse an die Öffentlichkeit zu bringen. Dabei habe er die in Italien und Europa geltenden Normen beachtet.

( (dpa) )