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Steinmeier: So stieg er zum Bundespräsidenten auf

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Alessandro Peduto
Bundesversammlung: So läuft die Wahl des Bundespräsidenten ab

Bundesversammlung- So läuft die Wahl des Bundespräsidenten ab

Am 13. Februar kommt die Bundesversammlung zusammen, um den neuen Bundespräsidenten zu wählen. Bereits jetzt ist klar: Der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier strebt eine weitere Amtszeit an.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am Sonntag höchstwahrscheinlich ein zweites Mal gewählt. Was muss man über ihn wissen?

Berlin. 
  • Frank-Walter Steinmeier ist der aktuelle Bundespräsident
  • Bei der Wahl am 13. Februar hat der Amtsinhaber große Chancen auf eine Wiederwahl
  • Wie der 66-jährige SPD-Politiker Karriere machte

Die Wahl des neuen Bundespräsidenten an diesem Sonntag dürfte wenige Überraschungen bereit halten. Die Bundesversammlung hat zwar die Wahl zwischen drei Bewerbern und einer Bewerberin für das höchste Staatsamt – doch an der Bestätigung von Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier besteht kein Zweifel.

Die deutliche Mehrheit der insgesamt 1472 Wahlleute dürfte für eine zweite Amtszeit des 66-jährigen Bundespräsidenten stimmen. Bereits im Vorfeld hatten neben den Partnern der Ampel-Koalition – SPD, Grüne und FDP – auch die oppositionellen Unionsparteien im Bundestag ihre Unterstützung für Steinmeier zugesagt.

Da der amtierende Bundespräsident nur einmal wiedergewählt werden darf, dürfte für Steinmeier dann die letzte Amtszeit auf dem politischen Parkett beginnen. Dabei kann er auf eine lange Karriere zurückblicken.

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Steinmeier: Zweimal Außenminister – dann Staatsoberhaupt

Vor seiner Zeit als Staatsoberhaupt war Steinmeier Außenminister und oberster Diplomat Deutschlands. Zweimal war der SPD-Mann Chef im Auswärtigen Amt, beide Male in einer Großen Koalition unter Führung der einstigen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) - einmal von 2005 bis 2009 sowie von 2013 bis zum Wechsel ins Schloss Bellevue im Jahr 2017.

Steinmeier stammt aus eher bescheidenen Verhältnissen

Steinmeier hat zwar jetzt ein Schloss als Dienstsitz, wuchs privat aber eher in kleinen Verhältnissen auf. Er kam 1956 in Detmold zur Welt, sein Vater war Tischler, seine Mutter Forstarbeiterin.

Zu Schülerzeiten trat er der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos bei. Nach dem Wehrdienst studierte er Jura in Gießen und promovierte. Im Studium lernte Steinmeier auch seine spätere Ehefrau Elke Büdenbender kennen. Um ihr eine Niere zu spenden, zog er sich im Jahr 2010 für einige Zeit aus der Öffentlichkeit zurück. Das Paar hat eine erwachsene Tochter.

So machte Steinmeier in der SPD Karriere

Frank-Walter Steinmeier hat praktisch sein ganzes berufliches Leben lang Politik gemacht. Der Einstieg kam für ihn 1993. In Niedersachsen bekleidete er verschiedene Regierungsämter, bis ihn der damalige Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) nach dessen Wahl zum Kanzler 1998 in die Bundespolitik holte. Steinmeier wurde Kanzleramtschef. Auf diesem Posten war er Miterfinder der Hartz-IV-Reformen.

2009 kandidierte Steinmeier selbst als SPD-Kanzlerkandidat, unterlag aber gegen Amtsinhaberin Merkel. Nach seiner Niederlage wurde er SPD-Fraktionschef im Bundestag und blieb bis 2013 Oppositionsführer. Wie kaum ein anderer Bundespräsident vor ihm hat Steinmeier die Politik aus unterschiedlichsten Perspektiven kennengelernt.

Seit er Staatsoberhaupt ist, ruht seine Parteimitgliedschaft formal. In der ersten Amtszeit setzte sich Steinmeier in Deutschland vehement für die unter Druck geratene freiheitliche Demokratie ein und unterstützte bei seinen Auslandsreisen gern Staatsoberhäupter, die diese Werte gegen Widerstand in ihren Ländern vertraten.

Auch Siege und Niederlagen gehören zu seiner Karriere. Diese breite Erfahrung hatte ihm bereits vor fünf Jahren ins höchste Staatsamt verholfen. Und wie es aussieht, dürfte an diesem Sonntag ein weiterer Sieg bevorstehen.

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