Kommentar

In Namibia steht Deutschland in der Verantwortung

Gudrun Büscher
Deutschland erkennt Verbrechen an Herero und Nama als Völkermord an

Deutschland erkennt Verbrechen an Herero und Nama als Völkermord an

Die Bundesregierung wird die deutschen Kolonialverbrechen an den Herero und Nama zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Völkermord anerkennen.

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Deutschland erkennt die Gräuel in Namibia als Völkermord an. Warum das nur ein Anfang sein kann bei der Aufarbeitung des Kolonialismus.

Berlin. Mehr als ein Jahrhundert nach den Gräueltaten im Südwesten Afrikas erkennt Deutschland die Verbrechen an den Herero und Nama als Völkermord an. Endlich! Historische Verantwortung verschwindet nicht einfach unter dem Staub der Geschichte. Auch deshalb ist das Aussöhnungsabkommen mit Namibia ein Meilenstein.

Namibia: Deutschland erkennt Gräueltaten an

Doch in der Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus müssen weitere Schritte folgen. Das Deutsche Reich wurde erst relativ spät – Ende des 19. Jahrhundert – zur Kolonialmacht. Während des Ersten Weltkriegs und mit dem Vertrag von Versailles gingen die Kolonien bald wieder verloren. Anders als Großbritannien, Frankreich und Belgien blieb Deutschland der lange Kampf um die Entkolonialisierung erspart.

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Aber die geschichtlich betrachtet kurze Episode entbindet nicht von der Verantwortung für deutsche Ausbeutung und Gewalt – eben nicht nur im heutigen Namibia.

In Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Burundi und Ruanda) kam es mit dem blutigen Maji-Maji-Krieg zu einem der größten Kolonialkonflikte. Die Menschen dort werden sich das Abkommen mit großer Berechtigung genau ansehen.

Die Vergangenheit ist nicht vorüber

Die Auseinandersetzung ist überfällig. Und dabei geht nicht nur um grausame Gemetzel und Rassismus. Es geht auch um geraubte Schätze, von denen viele in deutschen Museen stehen. Die Vergangenheit ist nicht vorüber.

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