Russland

Diesem Oligarchen gehört angeblich „Putins Palast“

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Stefan Scholl
Angeblicher "Putin-Palast": Nawalny veröffentlicht Video

Angeblicher "Putin-Palast": Nawalny veröffentlicht Video

Das Team des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat zwei Tage nach dessen Festnahme eine Recherche zu einem angeblichen Luxus-Palast von Präsident Wladimir Putin veröffentlicht. Das an der Schwarzmeer-Küste gelegene Anwesen soll umgerechnet 1,1 Milliarden Euro gekostet haben.

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Ein Freund Wladimir Putins sagt, ihm gehöre der Palast am Schwarzen Meer. Wer ist Arkadi Rotenberg, der als „Putin-Oligarch“ gilt?

Moskau. 
  • Über 104 Millionen YouTube-Nutzer haben das Enthüllungsvideo des Kremlkritikers Alexej Nawalny gesehen
  • Darin war ein Prunkpalast am Schwarzen Meer zu sehen, der angeblich Präsident Wladimir Putin gehören soll
  • Das Anwesen liegt auf einem Grundstück, das 39-mal so groß ist wie das Fürstentum Monaco
  • Nun hat sich ein anderer Mann zu Wort gemeldet, der meint: Das Anwesen gehöre nicht Putin, sondern ihm

Normalerweise schaltet sich der russische Präsident nicht ein, wenn Kremlkritiker Alexej Nawalny Enthüllungsvideos veröffentlicht. Doch nachdem mehr als 104 Millionen Youtube-Nutzer den Film über den Prunk-Palast am Steilufer des Schwarzen Meeres gesehen haben, trat Wladimir Putin die Flucht nach vorne an.

Die Immobilie, die da gezeigt werde, gehöre weder ihm noch seinen engen Verwandten. „Und es hat uns auch niemals gehört“, sagte Putin. Wem aber dann?

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Arkadi Rotenberg hat sich zu Wort gemeldet. Das Anwesen auf einem Grundstück, das 39-mal so groß ist wie das Fürstentum Monaco, mit unterirdischer Eishockeyhalle, Spielcasino, zwei Aquadiscos, einem 16-stöckigen Kellersystem mit Weinkellern und einem Tunnel zum eigenen Strand gehöre ihm, erklärte er.

Milliardär Rotenberg gilt als „Putin-Oligarch“

Der Baumagnat ist ein Jugendfreund des Präsidenten, war in Leningrad sein Judo-Trainingspartner, spielte mit ihm Eishockey und wurde unter Putin zum Dollarmilliardär. Sicher, das sei „ein ziemlich skandalöses und schweres Gebäude“, er habe die Anlage vor mehreren Jahren erworben und wolle dort ein Apart-Hotel bauen. „Darum gibt es ziemlich viele Zimmer“, sagte Rotenburg in einem Video, das im Telegram-Nachrichtenkanal Mash veröffentlichte wurde.

Der Geschäftsmann (69) gilt als einer der reichsten Männer Russlands – „Forbes“ schätzt sein Vermögen auf 2,8 Milliarden Dollar. Rotenberg gehört zu denjenigen Russen, die wegen des Kriegs in der Ostukraine von den USA und der EU mit Sanktionen belegt wurden: Villen und ein Luxushotel in Italien wurden beschlagnahmt. Rotenburg gilt als „Putin-Oligarch“, er hat sein Geld mit Staatsaufträgen und staatlichen Unternehmensanleihen gemacht – und das Geschäft lief nach den Sanktionen besser als zuvor.

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Wladimir Putin tauchte laut Berichten mehrfach vor Ort auf

Ob ihm der Palast gehört oder ob er seinem Freund mit dem Bekenntnis einen Gefallen getan hat? Die Internetzeitung „meduza.io“ veröffentlichte eine Reportage, in der Arbeiter und Ingenieure zu Wort kommen, die an dem schon über zehn Jahre dauernden Bau beteiligt waren.

Nach ihren Aussagen tauchte Wladimir Putin mindestens viermal vor Ort auf. Alle hätten verstanden, dass sie eine Residenz bauten, sagt einer der Techniker: „für den ersten Mann des Staates“.

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