Kommentar

Die Zeit für das Bergedorfer Tor läuft ab

André Herbst,  Redakteur

André Herbst, Redakteur

Foto: Christina Rückert / BGZ / Christina Rückert

Das Tuch zwischen Bezirksamt und Projektentwickler ist zerschnitten. Im Zweifel müssen Richter entscheiden.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dann ist jetzt klar: Das Tuch zwischen den Projektentwicklern für das einerseits und dem Bezirksamt andererseits ist zerschnitten. Nach jahrelanger Hängepartie um den Baustart, nach diversen Verzögerungen, die keineswegs allein der Projektgesellschaft angelastet werden können, in Einzelfällen aber einer gewissen Blauäugigkeit geschuldet sind, sind die Fronten verhärtet.

Dass Projektentwicklern missfällt, wenn sich Politiker das letzte Wort zu Verlängerungen von Baufristen vorbehalten wollen, ist ein Stück weit nachvollziehbar. Ob ein solches Votum rechtswidrig ist, wie es von Investorenseite heißt, könnten die Projektentwickler klären lassen. Letztendlich können dies nur Richter entscheiden. Die angekündigte Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bergedorfs Bezirksamtsleiter hilft da eher nicht.

Doch derartige Vorwürfe gehen am Kern des Problemes vorbei. Noch ließe sich in der Bezirksversammlung eine Mehrheit für die geforderte Fristverlängerung finden. Mithin wäre dies kein Grund, nicht mit dem Bau des Bergedorfer Tores zu beginnen.

Doch die Zeit läuft: Inzwischen macht sich nicht nur in der CDU Unmut breit. In Bergedorf werden längst Wetten abgeschlossen, welches der diversen Großprojekte zuerst fertig wird – und welches auf der Strecke bleibt.