Kommentar

Kurzarbeit zur Bewältigung der Krise nutzen

André Herbst,  Redakteur

André Herbst, Redakteur

Foto: Christina Rückert / BGZ / Christina Rückert

Auch wenn die Wirtschaft so langsam wieder Tritt fasst, heißt das nicht, dass die Mehrheit der Unternehmen davon schnell profitiert.

Bergedorf.  Wer noch vor wenigen Monaten beim Blick auf die Kurzarbeit siebenstellige Zahlen als positiv gewürdigt hätte, wäre Gefahr gelaufen, an den nächsten Psychiater verwiesen zu werden. Doch die Zeiten haben sich geändert. Dieses Instrument ist in der Gunst vieler enorm gestiegen. Je deutlicher wird, wir stark die Coronakrise unsere . Und je weiter die Erkenntnis wächst, dass ein Ende der Pandemie nicht absehbar ist. Und dass dieses keineswegs gleichbedeutend sein wird mit einem sofortigen Wiederanspringen der Konjunktur.

Die Exportnation Deutschland ist weit stärker von der weltweiten Entwicklung abhängig als viele andere. Selbst wenn bei uns die Wirtschaft in absehbarer Zeit langsam wieder Tritt fasst, weil etwa der Konsum im Lande wieder anzieht, heißt dies nicht, dass die Mehrheit unserer Unternehmen davon in absehbarer Zeit profitieren wird.

Viele fertigen eben keine Konsumgüter, die sich billiger im Ausland produzieren lassen. Und die Maschinen und Anlagen, die wir an diese Produktionsstätten in die ganze Welt liefern, werden eben erst dann in bemerkbaren Stückzahlen benötigt, wenn die Wirtschaft weltweit wieder in Schwung kommt. Das wird dauern.

Wir tun also gut daran, die Kurzarbeit so zu strukturieren, dass sie über die Coronakrise trägt. Sonst droht die Arbeitslosigkeit in Deutschland zu explodieren.