Wikileaks-Gründer

Assange wurde während seiner Zeit in Botschaft zweimal Vater

Julian Assange auf dem Balkon der Botschaft Ecuadors (Archiv). Der Wikileaks-Gründer hat heimlich eine Familie gegründet.

Julian Assange auf dem Balkon der Botschaft Ecuadors (Archiv). Der Wikileaks-Gründer hat heimlich eine Familie gegründet.

Foto: JUSTIN TALLIS / AFP

Julian Assange saß sieben Jahre lang in der Botschaft Ecuadors fest. In der Zeit bekamen er und seine Anwältin Stella Morris Nachwuchs.

London. Sieben Jahre lang saß Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Anscheinend war er nicht immer einsam. denn wie jetzt bekannt wurde, ist Assange während dieser Zeit zwei Mal Vater geworden.

Der 48-jährige Australier habe mit seiner Anwältin Stella Morris zwei Söhne bekommen, wie die britische Nachrichtenagentur PA und „Mail on Sunday“ berichten. Demnach hatte Moris Assange 2011 in ihrer Rolle als Juristin kennengelernt und 2015 eine enge Beziehung zu ihm begonnen.

Ein Jahr später kam der erste Sohn Gabriel zur Welt. Morris schmuggelte Gabriel später für einen Besuch in die Botschaft von Ecuador. Gabriel und sein jüngerer Bruder Max haben dem Bericht zufolge die britische Staatsbürgerschaft und haben ihren Vater im Gefängnis besucht. Seit 2017 ist das Paar verlobt und will nun heiraten.

Wegen Coronavirus: Anwältin fürchtet um das Leben von Julian Assange

Assange hatte sich ab 2012 in der Botschaft verschanzt, um einer Auslieferung an die USA zu entgehen. Dort ist er wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstößen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt. Im April 2019 war Assange festgenommen worden, seitdem sitzt er im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh.

Stella Morris ist nun an die Öffentlichkeit gegangen, da sie um Assanges Leben fürchtet. „Ich muss mich jetzt äußern, weil ich sehe, dass sein Leben auf dem Spiel steht“, sagte die in Südafrika geborene Anwältin. Assange befinde sich 23 Stunden am Tag in Isolation und erhalte keinen Besuch mehr, sagte Morris demnach weiter.

Assange hatte Ende März vergeblich versucht, wegen der Coronavirus-Epidemie auf Kaution freigelassen zu werden. Der Wikileaks-Gründer litt in der Vergangenheit unter Atemwegsinfektionen. Bereits im November hatten dutzende Ärzte in einem Brief an die britische Innenministerin gewarnt, dass Julian Assange im Gefängnis sterben könnte.

„Ich liebe Julian sehr und freue mich darauf, ihn zu heiraten“, sagte die 37-jährige Anwältin der Zeitung. „Julian hat mich sehr beschützt und sein Bestes getan, um mich vor den Albträumen seines Lebens zu schützen.“

Der Wikileaks-Twitteraccount veröffentlichte einen Link zu einem Artikel, in dem Fotos von Assange mit seinem Sohn Gabriel zu sehen sind.

Auf dem YouTube-Account der Plattform wurde ein Video der Familie geteilt.

Familie Assange

Julian Assange drohen bis zu 175 Jahre Haft

Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning, die aus dem Gefängnis freikommt, geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Es enthielt hochbrisante Informationen über die US-Einsätze in dem Land, unter anderem über die Tötung von Zivilisten und die Misshandlung von Gefangenen. Washington zufolge soll die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein.

Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft. Er bestreitet die Vorwürfe. Seinen Anwälten zufolge sind die Anklagepunkte konstruiert, um ein Exempel zu statuieren. Sie sehen in dem Verfahren einen Angriff auf die Meinungsfreiheit und fordern die Freilassung Assanges.

(dpa/AFP/jha)