Antisemitismus

Klein: KZ-Besuch für deutsche Schüler verpflichtend machen

Antisemitismusbeauftragter: Schüler sollen Konzentrationslager wie hier in Auschwitz verpflichtend besuchen.

Antisemitismusbeauftragter: Schüler sollen Konzentrationslager wie hier in Auschwitz verpflichtend besuchen.

Foto: Robert Michael / dpa

Der Besuch eines Konzentrationslagers soll Jugendliche sensibilisieren. Allerdings formuliert Felix Klein eine Bedingung.

Berlin. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die deutschen Schulen zu einem verstärkten Kampf gegen Judenfeindlichkeit aufgerufen. „Der Besuch in einem Konzentrationslager sollte für Schüler verpflichtend sein, allerdings unter einer Bedingung: Dass es eine adäquate Vor- und Nachbereitung gibt“, sagte Klein unserer Redaktion.

„Also, nicht morgens nach Dachau und mittags zu McDonalds, das kann ansonsten schnell zu Übersprungshandlungen und völlig deplatzierten Witzen führen“, erklärt Klein seine Forderung weiter.

Zudem forderte Klein „eine systematische Schulung aller Lehrer in Deutschland zum Umgang mit Antisemitismus und Ausgrenzung“. Das Thema müsse als fester Baustein in die Lehrerausbildung integriert werden.

Antisemitismus-Beauftragter: Lehrer müssen sofort einschreiten

Lehrer müssten sofort einschreiten, so Klein, wenn etwa ein Schüler auf dem Schulhof mit den Worten „Du Jude“ beschimpft werde. Im Frühjahr hatte Klein im Gespräch mit unserer Redaktion Juden davor gewarnt, in Deutschland öffentlich Kippa zu tragen.

Studien belegen, dass judenfeindliche Gedanken in weit verbreitet sind. Der Besuch einer Schulklasse im KZ Buchenwald endete mit Konsequenzen für die Schüler, nachdem diese antisemitische Lieder abgespielt hatten.

Der Anschlag auf eine Synagoge in Halle sorgte für eine große Debatte über jüdisches Leben in Deutschland – und wie sicher es hier ist. Am 6. Dezember hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals das Konzentrationslager Auschwitz besucht.

(gau)