Türkei-Wahl

Angela Merkel will Erdogan noch nicht zum Sieg gratulieren

Nach der Türkei-Wahl: Das bedeutet Erdogans Sieg wirklich

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Kein Glückwunsch-Telegramm aus Berlin: Kanzlerin Merkel will noch abwarten, bevor sie dem türkischen Präsidenten Erdogan gratuliert.

Berlin.  Die Bundesregierung setzt nach dem Wahlsieg von Präsident Recep Tayyip Erdogan auf sachliche Beziehungen zur Türkei. „Wir gehen zunächst einmal davon aus, dass die Arbeitsbeziehungen zwischen beiden Regierungen – der deutschen und der künftigen türkischen - konstruktiv und gedeihlich sein werden“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel werde zu gegebener Zeit Erdogan gratulieren. Zunächst sollte jedoch der Bericht der Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) abgewartet werden.

Mehr als 52 Prozent für Erdogan

Erdogan hat nach offiziellen Angaben die Präsidenten-Wahl am Sonntag mit 52,5 Prozent gewonnen. Allerdings haben Oppositionspolitiker Unregelmäßigkeiten bei der Wahl kritisiert.

Die Beziehungen zwischen der deutschen und der türkischen Regierung gilt als angespannt. Türkischen Regierungsmitgliedern wurden Wahlkampfauftritte in Deutschland untersagt. Zudem sieht die Bundesregierung das Vorgehen gegen die Opposition in der Türkei kritisch und warnt davor, demokratische Strukturen auszuhöhlen.

Die Regierung in Ankara verwahrt sich gegen die Vorwürfe und hält Deutschland und anderen europäischen Staaten vor, bei dem gescheiterten Militärputsch 2016 die legitime Regierung von Erdogan nur halbherzig unterstützt zu haben.(rtr)