Finanzpolitik

Griechenland ist nach neuem Rettungspaket noch nicht am Ziel

Die griechische Regierung muss das Fundament für einen nachhaltigen Aufschwung legen.

Die griechische Regierung muss das Fundament für einen nachhaltigen Aufschwung legen.

Foto: Petros Giannakouris / dpa

Nach den beschlossenen Schuldenerleichterungen ist Griechenland noch nicht am Ziel. Die Regierung muss nun auf Reformkurs bleiben.

Berlin.  Für den griechischen Premier Alexis Tsipras ist das Ergebnis des Eurogruppen-Treffens vom Donnerstagabend der wichtigste politische Erfolg seit seinem Amtsantritt 2015. Er kann endlich wahr machen, was er seinen Wählern versprach: Griechenland löst sich vom Tropf der Hilfskredite und lässt die Krise hinter sich. Auch die internationalen Geldgeber sind erleichtert. Das achtjährige Griechenland-Drama, in dessen Verlauf das Land mindestens dreimal am Abgrund des Staatsbankrotts stand, findet doch noch ein gutes Ende – wer hätte das gedacht.

Das Zittern vor einer griechischen Staatspleite, die andere Euro-Länder mitreißen könnte, ist erst einmal vorbei. Dank des Liquiditätspolsters ist Athen bis Mitte 2020 durchfinanziert. Alle hoffen, dass sich Griechenland dann wieder zu vertretbaren Konditionen am Kapitalmarkt refinanzieren kann. Noch ist dieser Punkt aber nicht erreicht, wie die hohen Risikozuschläge zeigen, mit denen sich die Anleger Investitionen in griechische Schuldtitel belohnen lassen.

Griechenland könnte wieder in die Schuldenfalle rutschen

Bei der Konsolidierung der öffentlichen Finanzen hat Griechenland in den vergangenen Jahren zwar größere Erfolge vorzuweisen als alle anderen Euro-Problemstaaten. Und die jetzt von den europäischen Gläubigern beschlossenen Schuldenerleichterungen sind eine wichtige Hilfe. Aber Griechenland ist noch nicht am Ziel. An den Finanzmärkten kämpft es immer noch mit einem Vertrauensdefizit.

Es liegt an Athen, die verbliebenen Zweifel auszuräumen. Das Schlüsselwort lautet: Wachstum. Die Regierung muss jetzt konsequent auf Reformkurs bleiben, an der fiskalischen Disziplin festhalten, Investitionen fördern und so das Fundament für einen nachhaltigen Aufschwung legen. Sonst könnte Griechenland schon in wenigen Jahren wieder in die Schuldenfalle rutschen.