Attentat

Journalistenmord: Ukrainische Regierung beschuldigt Russland

Russischer Journalist und Kreml-Kritiker in Kiew erschossen

Arkadi Babtschenko war einer der bekanntesten Kriegskorrespondenten Russlands.

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Arkadi Babtschenko ist einer von mehreren Kremlkritikern, die jüngst ermordet wurden. Im aktuellen Fall geht die Tätersuche weiter.

Kiew.  Der ukrainische Ministerpräsident Wladimir Groisman macht Russland für den Mord an dem russischen Journalisten Arkadi Babtschenko in Kiew verantwortlich. „Ich bin überzeugt, dass die russische totalitäre Maschinerie ihm seine Ehrlichkeit und Prinzipientreue nicht verziehen hat“, schrieb Groisman auf Facebook.

Die Suche der ukrainischen Polizei nach dem Täter verlief bis Mittwochmittag ergebnislos. Der im ukrainischen Exil lebende Journalist und Schriftsteller war am Dienstag vor seiner Kiewer Wohnung von einem Unbekannten erschossen worden.

Nicht der erste Mord an Kremlkritikern

Babtschenko hatte in seinen Artikeln die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland und den verdeckten russischen Krieg in der Ostukraine kritisiert. Der Fall gehört zu einer Kette ungeklärter Morde an russischen Dissidenten in der Ukraine.

Es sei traurigerweise Mode geworden, nach solchen Vorfällen sofort Russland zu beschuldigen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Das liege daran, dass sich die Ukraine „einer völligen Straffreiheit seitens ihrer westlichen Aufpasser“ erfreue, unterstellte er.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat beim Besuch in der Ukraine die Ermordung des russischen Journalisten Arkadi Babtschenko scharf verurteilt. Er forderte am Mittwoch in Kiew eine umfassende Aufklärung und sagte: „Wir müssen Bedingungen schaffen, dass Journalisten überall auf der Welt ihre Arbeit ohne Gefahr für Leib und Leben verrichten können.“ (dpa)