Prozess

20 Jahre Haft für mutmaßlichen Paris-Attentäter Abdeslam

Abdeslam in Belgien zu 20 Jahren Haft verurteilt

Der mutmaßliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam ist wegen Schüssen auf belgische Polizisten zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Es ist das erste Urteil gegen den 28-Jährigen, dem wegen seiner ...

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Salah Abdeslam stand in Brüssel wegen einer Schießerei mit der Polizei vor Gericht. Nun wurde er wegen versuchten Mordes verurteilt.

Brüssel.  Ein belgisches Gericht hat den einzigen überlebenden Tatverdächtigen der islamistischen Anschläge von Paris zu 20 Jahren Haft verurteilt. Salah Abdeslam sei des versuchten Mordes an Polizisten in Brüssel 2016 schuldig, erklärte das Gericht am Montag. Der 28-jährige Abdeslam erschien nicht zur Urteilsverkündung, die im Brüssler Justizpalast unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stattfand.

Die Staatsanwaltschaft forderte hatte gegen den 28-Jährigen ebenfalls die Höchststrafe von 20 Jahren Haft gefordert, sein Verteidiger plädierte wegen Verfahrensfehlern auf Straffreiheit. Der französische Angeklagte marokkanischer Abstammung soll zu einer Terrorzelle des Islamischen Staates (IS) gehören, die die blutigen Anschläge in Paris im November 2015 und in Brüssel im März 2016 verübte.

Nach den Pariser Anschlägen soll er nach Belgien geflohen und dort untergetaucht sein. Monatelang wurde nach Abdeslam gefahndet, er galt als Europas meistgesuchter Terrorist.

Abdeslam will nicht aussagen

Bei einer Polizei-Razzia im Brüsseler Viertel Forest kam es dann zu dem Feuergefecht, bei dem drei Beamte verletzt wurden. Wenige Tage später wurden Abdeslam und der Mitangeklagte Soufien Ayari in der Gemeinde Molenbeek gefasst – kurz vor den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt.

Zum Prozessauftakt hatte Abdeslam gesagt, er wolle nicht auf Fragen des Gerichts antworten. „Ich verteidige mich durch Schweigen.“ Das Gericht solle seine eigenen Schlüsse ziehen, er vertraue auf Allah. Sein mutmaßlicher Komplize Ayari machte hingegen ausführliche Angaben und räumte Verbindungen zum IS ein. Die eigentlichen Tatvorwürfe bestritt er jedoch. (rtr/dpa)