Religionsfreiheit

Islam-Debatte: Unser Staat ist tolerant, aber auch wehrhaft

Die Zentralmoschee der DITIB in Köln leuchtet im Abendlicht.

Die Zentralmoschee der DITIB in Köln leuchtet im Abendlicht.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Die Religionsfreiheit steht im deutschen Grundgesetz. Wer diese Werte teilt, gehört zu Deutschland. Egal ob Christ, Jude oder Moslem.

Berlin.  Eine Frage spaltet die Republik in diesen Tagen: Gehört der Islam zu Deutschland? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt Ja. Sie wirbt für ein weltoffenes Land und verweist darauf, dass mittlerweile rund vier Millionen Muslime hier leben. Innenminister Horst Seehofer (CSU) sagt Nein. Er bestreitet eine islamische Tradition hierzulande und hat dabei natürlich die bayerischen Landtagswahlen im Blick, bei denen die AfD der CSU im Nacken sitzt.

Derlei pauschale Äußerungen helfen aber nicht weiter. Es handelt sich hier um eine Symboldebatte. Viel nützlicher ist es, sich an den Fakten zu orientieren. Die Geistesgeschichte in Deutschland ist durch das Christentum, das Judentum und die Aufklärung geprägt. Gesetzliche Feiertage sind Ostern, Pfingsten oder Weihnachten und eben nicht das Fastenbrechen nach Ende des Ramadans.

Grundgesetz garantiert Pluralität von Religionen und Lebensformen

Was hingegen eindeutig zu Deutschland und allen hier Lebenden gehört, ist das Grundgesetz. Nach Erfahrungen der Nazi-Barbarei überstrahlt Artikel 1 alles: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Grundrechte wie Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit, die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie das Rechtsstaatsgebot stehen im Zentrum unseres Demokratieverständnisses. Auch die Religionsfreiheit und die friedliche Ausübung derselben gehören dazu.Wer diese Werte teilt, gehört zu Deutschland.

Darum geht es bei der Islam-Debatte wirklich

Dabei spielt überhaupt keine Rolle, ob der Mensch Christ, Jude, Muslim, Buddhist ist, den Bahais angehört oder an nichts glaubt. Unter dem Dach des Grundgesetzes herrscht eine Pluralität von Religionen und Lebensformen. Wer hingegen religiöse Dogmen wie etwa eine radikale Auslegung der islamischen Scharia über die deutsche Verfassung stellt, hat hier nichts zu suchen. Unser Staat ist tolerant. Er muss aber auch selbstbewusst und wehrhaft sein und seine Bürger schützen.