Trump-Affäre

Playboy-Model: „Trump versuchte, mich zu bezahlen“

Karen McDougal sagte im Interview, dass sie Donald Trump 2006 bei einem Dreh seiner Show „The Apprentice“ in der Playboy-Mansion kennenlernte.

Karen McDougal sagte im Interview, dass sie Donald Trump 2006 bei einem Dreh seiner Show „The Apprentice“ in der Playboy-Mansion kennenlernte.

Foto: Leah Millis/John Chennavasin / reuters/dpa

Ein Ex-Playboy-Model sagt, sie habe 2006 eine Beziehung mit Donald Trump gehabt. In einem Interview sprach Karen McDougal von Liebe.

Washington.  Das Playboy-Model Karen McDougal bringt US-Präsident Donald Trump in die Bredouille: In einem Exklusiv-Interview des Senders CNN gab sie am Donnerstagabend (Ortszeit) Einzelheiten über eine angebliche Affäre mit Trump preis. „Nachdem wir miteinander intim gewesen waren, versuchte er, mich zu bezahlen, und ich wusste wirklich nicht, wie ich das verstehen sollte“, sagte sie. Auf die Frage, ob Trump versucht habe, ihr Geld zu geben, antwortete die 46-Jährige: „Das tat er.“ Sie wisse nicht, wie sie ihren Gesichtsausdruck von damals beschreiben solle. „Er muss so traurig gewesen sein.“

Nach Trumps Geldangebot habe sie ihm gesagt: „So bin ich nicht. So eine bin ich nicht.“ Es habe sie verletzt, dass er sie so betrachtet habe. Bei Trumps Frau Melania entschuldigte McDougal sich: „Es tut mir leid. Ich würde nicht wollen, dass mir so etwas angetan wird.“ In der Zeit der angeblichen Affäre hatten Trump und Melania geheiratet. Das Weiße Haus hatte mitgeteilt, dass Trump diese Affäre bestreite.

Karen McDougal klagt gegen Schweige-Vereinbarung

McDougal behauptet, mit Trump vor mehr als einem Jahrzehnt eine Affäre gehabt zu haben. Sie hatte am Dienstag eine Klage gegen die Boulevardzeitschrift „National Enquirer“ eingereicht, weil sie über die Affäre mit Trump berichten will. Der Illustrierten habe sie – gegen Geld – ihre Geschichte erzählt, diese habe die Zeitschrift aber nie veröffentlicht. Stattdessen hindere sie die Zeitschrift mit Verweis auf die geleistete Zahlung nur daran, mit anderen Medien darüber zu sprechen.

Die Bedenken schob sie für das ausführliche Interview mit CNN-Moderator Anderson Cooper offenbar beiseite. Sie sei verliebt in Trump gewesen, er sei ein wirklich netter Mann, gar nicht, wie er im Fernsehen wirke, sagte McDougal. Sie beschrieb, dass sie Trump bei einem Dreh für seine TV-Show „The Apprentice“ in der Playboy-Villa von Magazin-Gründer Hugh Hefner kennengelernt habe. Nach einer Unterhaltung habe Trump sie nach ihrer Telefonnummer gefragt und kurze Zeit später angerufen.

Ex-Playboy-Model sagt, sie habe die Beziehung beendet

Nach dem ersten privaten Treffen und Trumps Versuch, sie zu bezahlen, habe sie den Milliardär eigentlich nicht wiedersehen wollen – sich dann aber umstimmen lassen. Auf eine Frage Coopers erklärte McDougal zögerlich, sie sie verliebt gewesen, und auch Donald Trump habe von Liebe gesprochen.

Die Affäre soll nach Angaben McDougals im Juni 2006 begonnen haben. Sie habe sie im April 2007 beendet, weil sie ein schlechtes Gewissen gegenüber Trumps Frau Melania gehabt habe, erklärte die 46-Jährige; Melania Trump hatte kurz zuvor Trumps jüngsten Sohn Barron zur Welt gebracht.

Karen McDougal: „Ich habe Trump gewählt“

Moderator Cooper fragte McDougal auch nach möglichen Beweisen für ihre angebliche Beziehung. Sie habe eine Liebesbeziehung gehabt und nicht versucht, Dinge zu sammeln, um sie belegen zu können, antwortete McDougal. Sie habe nur ihre Tagebuchaufzeichnungen – sie führe schon immer Tagebuch, auch heute noch, und darin seien ihre Treffen mit Trump vermerkt. Außerdem erklärte die Frau, sie versuche nicht, Trump zu schaden: Sie sei Republikanerin und habe den US-Präsidenten gewählt. Sie wolle nur ihre Seite der Geschichte erzählen.

Trump hat auch mit den „Geständnissen“ anderer Frauen seine Probleme: So zieht der Skandal um eine Affäre mit der Pornodarstellerin Stephanie Clifford („Stormy Daniels“) weiter Kreise. Auch drei weitere Frauen haben von vergangenen Affären mit Trump oder sexueller Belästigung berichtet und führen deswegen einen Rechtsstreit gegen ihn. (moi/dpa)