Wahlen

ANC will Südafrikas Präsident Jacob Zuma abberufen

Medien: ANC beschließt Absetzung von Südafrikas Präsident Zuma

Südafrikas Regierungspartei ANC hat Medienberichten zufolge die Absetzung des von zahlreichen Korruptionsskandalen umwitterten Präsidenten Jacob Zuma beschlossen. Der umstrittene Präsident wider...

Medien: ANC beschließt Absetzung von Südafrikas Präsident Zuma

Beschreibung anzeigen

Laut örtlichen Medien wird Südafrikas Präsident von seiner Partei zum Rücktritt gezwungen. Zuma forderte drei Monate Übergangszeit.

Pretoria, Frankfurt/Main.  In Südafrika hat die Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) nach unabhängigen Medienberichten die Absetzung von Staatspräsident Jacob Zuma beschlossen. Das ANC-Exekutivkomitee habe den Entschluss gefasst, noch in dieser Woche ein Misstrauensvotum gegen Zuma zu stellen, berichtete die Wochenzeitung „Mail & Guardian“ am Dienstag. Auch die südafrikanische „Times“ schrieb über die Entscheidung. Zuvor hatte Zumas Partei ihn bereits zum Rücktritt aufgefordert.

Zuma habe einen sofortigen Rücktritt abgelehnt und sich eine Frist von drei Monaten erbeten. Die ANC-Führung wolle den Wechsel aber so schnell wie möglich, um verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen.

Südafrika wählt 2019 neuen Präsidenten

Im Frühjahr 2019 stehen Wahlen an. Der südafrikanische Rundfunk SABC berichtete, das ANC-Komitee werde Zuma über die Entscheidung informieren und sie im Lauf des Tages bekanntgeben.

Der 75-Jährige regiert Südafrika seit 2009. Vorwürfe wegen Korruption und Amtsmissbrauch hatten ihm lange nichts anhaben können. Er überstand auch mehrere Misstrauensvoten. Zuletzt hatte die Kritik aber deutlich zugenommen. So forderte in der vergangenen Woche die einflussreiche Nelson-Mandela-Stiftung den Rückzug Zumas „besser früher als später“.

Zuma will wohl noch den Brics-Gipfel ausrichten

Laut „Mail & Guardian“ hat der neue Parteichef Cyril Ramaphosa dem ANC-Führungsgremium mitgeteilt, Zuma wolle eine Frist von drei Monaten für einen Rücktritt. Damit könne er noch als Gastgeber beim Brics-Gipfel der Schwellenländer und dem Gipfel der Afrikanischen Union fungieren.

Ramaphosa ist Vizepräsident und war im Dezember gegen den Willen Zumas zum Parteichef gewählt worden. Damit gilt der 65-jährige Millionär als Präsidentschaftskandidat für 2019. Er zählt seit langem zu den Kritikern Zumas. Seit Tagen hatten die Parteigremien über Zuma beraten. Medien hatten berichtet, er sei nur zum Rücktritt bereit, wenn ihm Straffreiheit zugesichert werde. (epd)

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.