Attentat

Bürgermeister von Altena in Dönerimbiss mit Messer verletzt

Andreas Hollstein, CDU-Bürgermeister der Stadt Altena in NRW, wurde mit einem Messer angegriffen (Archivfoto).

Andreas Hollstein, CDU-Bürgermeister der Stadt Altena in NRW, wurde mit einem Messer angegriffen (Archivfoto).

Foto: imago stock&people / imago/Metodi Popow

Ein Mann hat in einer Dönerbude den Bürgermeister von Altena angegriffen und schwer verletzt. Das Motiv scheint politisch zu sein.

Altena.  Auf den Bürgermeister der Stadt Altena, Andreas Hollstein (CDU), ist am Montagabend nach Informationen der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ ein Messer-Attentat verübt worden. Der 57-Jährige wurde um 20.04 Uhr in einer Döner-Bude in der Altenaer Innenstadt mit einer 30 Zentimeter langen Klinge attackiert und schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Er schwebe jedoch nicht in Lebensgefahr, hieß es aus Polizeikreisen.

Der 56-jährige Angreifer war offensichtlich alkoholisiert und soll die Politik Hollsteins lautstark kritisiert haben. Der Täter soll Hollstein vor dem Angriff gefragt haben: „Sind Sie der Bürgermeister?“ Es soll sich nach ersten Informationen aus dem Umfeld der Landesregierung um einen Deutschen handeln. Ein Mitarbeiter des Ladenlokals, der dem Bürgermeister zu Hilfe kommen wollte, wurde ebenfalls verletzt.

Hollstein hat sich nach Informationen der „WAZ“ noch am Abend aus dem Krankenhaus bei seinen politischen Freunden gemeldet: „War knapp, aber der da oben hat geholfen.“

Einstufung der NRW-Regierung: Schwere politische Straftat

Altena wurde bundesweit bekannt, weil es mehr Flüchtlinge aufnimmt, als es nach dem NRW-Verteilschlüssel müsste. Noch in der vergangenen Woche wollte Bundespräsident Steinmeier Altena auch aus diesem Grund besuchen, musste die Visite jedoch wegen der schwierigen politischen Lage in Berlin absagen. Die Landesregierung stufte die Tat als schwere politische Straftat ein.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erfuhr von der Tat bei der Verleihung des NRW-Staatspreises an den deutsch-iranischen Schriftsteller Navid Kermani in Köln. Laschet hatte in seiner Laudatio Altena als leuchtendes Vorbild für Weltoffenheit gepriesen, das auch Kermani begeistert habe.

Preisträger Kermani hatte ausgerechnet an diesem Abend seinen Festredner, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, und die neben ihm in der ersten Reihe des Kölner Gürzenich sitzende Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) als „heroische“ Politiker gewürdigt. Beide seien bei Attentaten fast ermordet worden und hätten trotzdem für das Gemeinwohl weiter gearbeitet.

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de.