Bundestagswahl

Kanzlerin Merkel ruft CDU zu engagiertem Wahlkampf auf

Angela Merkel startet den Wahlkampf.

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Angela Merkel startet den Wahlkampf.

"Wir müssen kämpfen", sagt Angela Merkel. Zurück aus dem Urlaub, beginnt auch für die Kanzlerin der Wahlkampf. Erster Stopp: Dortmund.

Dortmund.  Sechs Wochen vor der Bundestagswahl hat die CDU-Vorsitzende Angela Merkel ihre Partei zu einem engagierten Wahlkampf aufgerufen. "Wir müssen werben, wir müssen kämpfen, wir müssen eintreten für unsere Anliegen", sagte die Kanzlerin am Samstag in Dortmund.

Sie sprach in der SPD-Hochburg bei einer öffentlichen Veranstaltung der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) über das Programm der CDU . Im Anschluss nimmt die Kanzlerin und Parteivorsitzende an einer Talkrunde teil. In dieser Woche hatte die CDU bereits Wahlkampfplakate mit den zentralen Themen Arbeit, Familie und Sicherheit vorgestellt.

"Einführung des Mindestlohns ist Erfolg"

In ihrer Rede hob Merkel die Erfolge ihrer Regierung auf dem Arbeitsmarkt hervor. Seit der Übernahme ihrer Kanzlerschaft habe sich die Arbeitslosigkeit halbiert. Im März 2006 seien es über fünf Millionen Arbeitslose gewesen, sagte die Kanzlerin. "Heute haben wir 44 Millionen Erwerbstätige in Deutschland. Das sind richtig tolle Zahlen."

Als Erfolge nannte sie die Einführung des Mindestlohns durch die große Koalition und die Leitplanken für die Leiharbeit. "Der Mindestlohn hat vielen Menschen mehr Sicherheit gebracht", betonte die Kanzlerin. "Die soziale Marktwirtschaft bedarf immer wieder des politischen Eingreifens." Sonst würden Lücken genutzt.

"Verspieltes Vertrauen im Diesel-Skandal wieder herzustellen"

Merkel kam auch auf den Diesel-Skanda l zu sprechen. Von den deutschen Autobossen verlangte sie, rasch verspieltes Vertrauen wieder herzustellen. "Weite Teile der Automobilindustrie haben unglaubliches Vertrauen verspielt", sagte sie. Dies müssten die Unternehmensführungen nun wieder herstellen. "Da muss gehandelt werden." Ehrlichkeit gehöre zur sozialen Marktwirtschaft.

"Das, was man da unter den Tisch gekehrt hat, oder wo man Lücken in den Abgastests einfach massiv genutzt hat bis zur Unkenntlichkeit, das zerstört Vertrauen", kritisierte Merkel. Nun könne nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. "Das wird noch viele Diskussionen hervorrufen."

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Hat die deutsche Autoindustrie die Zeichen der Zeit erkannt?

Wenn Deutschland Automobilstandort Nummer eins bleiben wolle, müsse man künftig stärker etwa auf die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien setzen, das autonome Fahren und die Vernetzung von Mobilität weiterbringen. "Die Frage, ob die deutsche Automobilindustrie diese Zeichen der Zeit erkannt hat, wird über ihre Zukunft entscheiden. Und damit über Hunderttausende von Arbeitsplätzen", rief Merkel.

Merkel startet in Dortmund in eine Reihe von deutschlandweit rund 50 Wahlkampfterminen. Die Union liegt in allen Meinungsumfragen weit vor der SPD. Merkel schneidet deutlich besser ab als ihr Herausforderer, SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. (dpa)

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