Russland

Außenminister Lawrow beklagt „Russophobie“ in der Nato

Der russische Außenminister Sergej Lawrow in Berlin.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow in Berlin.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Der russische Außenminister Sergej Lawrow kritisiert die Nato für „aggresives Verhalten“. Er sieht Versuche, Russland zu isolieren.

Berlin.  Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat einer „russophoben Minderheit“ in der Nato vorgeworfen, eine Entspannung zwischen dem westlichen Bündnis und Russland zu blockieren. „Da überwiegt nicht der Wunsch, sachlich zu reden und Wege zu suchen, Entspannung und Normalität zu gewährleisten“, sagte Lawrow am Donnerstag bei einer Diskussionsveranstaltung der Körber-Stiftung in Berlin. „Ich bezeichne als Russophobie unbegründete und aggressive Versuche, unser Land zu isolieren.“

Mit Blick auf die ergebnislose Tagung des Nato-Russland-Rats in Brüssel sagte Lawrow, in dem Gremium würden Russland immer wieder Vorwürfe wie „Aggression, Annexion, Besatzung“ gemacht. Für solche Attacken dürfe der Nato-Russland-Rat nicht genutzt werden, betonte er.

Stoltenberg: „Fundamentale Meinungsverschiedenheiten“

Lawrow kritisierte auch erneut die Nato-Truppenstationierung im östlichen Bündnisgebiet. Er erneuerte seine Forderung nach einer militärischen Bestandsaufnahme: Wer hat wo in Europa welche Truppen und Waffen stationiert – auf beiden Seiten.

Das Treffen von Vertretern der Nato und Russlands in Brüssel ging am Donnerstag ergebnislos zu Ende. „Was den Ukraine-Konflikt angeht, haben die Bündnispartner und Russland weiter fundamentale Meinungsverschiedenheiten“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg anschließend. (dpa)