Ermittlungen

Nach Sex-Vorwürfen legt SPD-Politiker Mandat nieder

Foto: Matthias Balk / dpa

Er soll eine Prostituierte heimlich beim Sex gefilmt haben: Wegen dieser und anderer Vorwürfe trat ein Politiker aus der SPD aus.

Berlin.  In Bayern ist der SPD-Landtagsabgeordnete Linus Förster (51) offenbar über einen Sex-Skandal gestürzt. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag mit Berufung auf den Anwalt des Politikers berichtete, lässt Förster sein Mandat ruhen und tritt aus der Partei aus. Die Augsburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des „Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen und der vorsätzlichen Körperverletzung“.

Dem Bericht zufolge hat eine Prostituierte Förster angezeigt. Der Politiker soll sich heimlich beim Sex mit der Frau gefilmt haben. Als sie ihm die Kamera habe abnehmen wollen, sei es zu einem Gerangel gekommen. Seine politischen Spitzenämter als stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie als europa- und jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion hatte Förster schon Mitte November niedergelegt, als die Ermittlungen gegen ihn bekannt wurden.

Laut „Süddeutscher Zeitung“ sagte Försters Anwalt, der 51-Jährige sehe sich aufgrund der Vorwürfe nicht mehr in der Lage, seine Arbeit auszuüben.

Ermittler finden Bilder nackter Minderjähriger

Wie die „Augsburger Allgemeine“ am Samstag berichtete, fanden Ermittler bei Förster nun auch Bilder nackter minderjähriger Frauen. Auf zahlreichen Datenträgern habe die Kripo sogenannte „Posing“-Fotos sichergestellt, die sich in einer sexualstrafrechtlichen Grauzone befinden. Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy war über ähnliche Fotos von Jugendlichen gestürzt. Nach dem Fall Edathy wurde das Gesetz verschärft. Seitdem können Nacktbilder von Kindern und Jugendlichen auch dann strafbar sein, wenn es sich nicht um Kinderpornografie handelt.

Unklar ist bislang, ob Förster die Bilder selbst gemacht, im Internet gefunden oder dafür bezahlt hat. Das spielt für die strafrechtliche Bewertung eine wichtige Rolle. Die Staatsanwaltschaft hat sich bislang nicht zum Stand des Ermittlungsverfahrens geäußert.

Erleichterung bei der bayerischen SPD

„Die Bayern SPD begrüßt den Schritt von Dr. Linus Förster, seine Ämter sowie sein Landtagsmandat niederzulegen und aus der SPD auszutreten“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ den bayerischen SPD-Chef Florian Pronold. Über seinen Anwalt hatte Förster erklärt, dass sein Verhalten mit der Mitgliedschaft in der SPD und im Bayerischen Landtag unvereinbar sei. (küp)