Reykjavík

Kein radikaler Wandel in Island nach der Wahl

Reykjavík.  Island steht nach der Parlamentswahl vor einer schwierigen Regierungsbildung. Die Mitte-rechts-Regierung aus Rechtsliberalen und Konservativen hatte ihre Mehrheit verloren. Aber auch ein von den Piraten angestrebtes Viererbündnis mit Links-Grünen, Sozialdemokraten und der Partei Bright Future hat keine Mehrheit.

Die Wahl hatte Bedeutung erlangt, weil der isländische Präsident Sigmundur David Gunnlaugsson nach den Enthüllungen über Briefkastenfirmen in Steueroasen zurücktreten musste. Unter anderem war deshalb ein deutlicher Zugewinn der nach schwedischem Vorbild gegründeten Piratenpartei erwartet worden. Diese konnte die Zahl ihrer Sitze im Parlament tatsächlich mehr als verdreifachen. Wer künftig in dem Inselstaat im Nordatlantik regiert, war aber am Tag nach der Wahl noch unklar. Der neuen Reformpartei Vidreisn, die es als siebte Partei ins Parlament schaffte, kommt wohl eine Schlüsselrolle zu. Sie besteht zum Teil aus Ex-Konservativen, die sich wegen eines EU-Beitritts von Island mit ihrer Partei überworfen hatten.